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Knöllchen-Horst: Beleidigungen im Beleidigungs-Prozess

Im Visier der Staatsanwälte Knöllchen-Horst: Beleidigungen im Beleidigungs-Prozess

Ein Tritt in den Hintern ist mehr als eine Körperverletzung. Er kann auch eine Beleidigung sein. Eine derart hinterrücks ausgedrückte Methode, einen Menschen verächtlich zu machen, hat am Donnerstag am Amtsgericht Osterode einen Hartz-IV-Empfänger 300 Euro gekostet.

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Ausgerechnet In der Horst erlebte Knöllchen-Horst seinen juristischen Zusammenprall mit der Lasfelder Feuerwehr.

Quelle: Schauenberg

Osterode/Göttingen. Damit nicht genug: Weil er in dem Beleidigungs-Prozess neue Beleidigungen aussprach, folgte die nächste Anzeige. Denn der Verurteilte hat es mit dem als Knöllchen-Horst bekannten Frührentner aus Osterode zu tun.

Kein Einzelfall. Horst Nilges, der mit mehr als 20 000 Anzeigen aktivste Privatermittler in Sachen Falschparken, lässt nichts auf sich sitzen. Legendär der Prozess vor dem Landgericht Göttingen, als Nilges Nachbarn verurteilt wurden, weil Vater und drei Söhne in einer Bierlaune am Grill dem Frührentner den nackten Hintern hinstreckten. Nilges hatte die ebenso üppigen wie blanken Kehrseiten mit einem Foto dokumentiert.

Diesmal ging es um zwei Tritte in jenes Körperteil, die der Verurteilte dem Frührentner verabreicht hatte, nachdem man sich in einem Schiedsgerichts-Verfahren nicht hatte einigen können. Der Amtsrichter sah Nötigung, Körperverletzung und Beleidigung als erwiesen an und verurteilte den Osteroder zu 30 Tagessätzen zu je zehn Euro.

Vor dem Urteil hatte sich der erzürnte Angeklagte in seinen letzten Worten noch empört: Nilges sei ein „Lügner“, der „die Leute belästigt und beleidigt“ und der deshalb „in die Klapse nach Göttingen“ gehöre. Eine klare Beleidigung. Nilges erstattete erneut Strafanzeige.

Verdacht auf Nötigung

Mit strafrechtlichen Ermittlungen sehen sich demnächst auch vier Feuerwehrleute aus Lasfelde bei Osterode konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Göttingen bestätigt auf Anfrage ein entsprechendes Ermittlungsverfahren. Die Betroffenen wissen noch nichts davon. Sie sind der falschen Verdächtigung (des Horst Nilges) verdächtig.

Passiert war dies: Der Frührentner hatte wieder einmal in seinem Nachbarort Falschparker vor dem Feuerwehrhaus entdeckt und aufgeschrieben. Ein Feuerwehrmann kam auf ihn zugelaufen, zeigte ihm einen Vogel, drei Kameraden kamen hinterher und standen dem Auto Nilges‘ schließlich vor dem Kühler. So weit ist es unumstritten.

Nilges hat die vier Feuerwehrleute wegen Nötigung angezeigt, doch die Staatsanwaltschaft hat nur gegen einen wegen Beleidigung (der Vogel) Anklage erhoben. Das Verfahren wurde eingestellt – wegen Geringfügigkeit. Nun drehten die Feuerwehrleute den Spieß um und behaupteten, Nilges sei auf sie zugefahren, als sie gerade ein Feuerwehrfahrzeug abgesichert hätten.

Da präsentierte der Parksünder-Jäger ein Video seiner Dashcam (Videokamera im Auto), das belegt, dass nicht er die Feuerwehrleute genötigt, sondern diese ihn nötigend aufgehalten haben. Nilges zeigte nun die beiden eingeschalteten Anwälte der Feuerwehr wegen falscher Verdächtigung an. Das Verfahren ist aktuell beim Generalstaatsanwalt in der Beschwerde. Gegen die Feuerwehleute selbst ermittelt die Staatsanwaltschaft von Amts wegen.

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