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Koalition will Kommunen bei Flüchtlingsaufnahme nicht alleine lassen

Besuch im Lager Friedland Koalition will Kommunen bei Flüchtlingsaufnahme nicht alleine lassen

"Wir werden die Kommunen bei der Bewältigung dieser großen Aufgabe nicht alleine lassen", versicherte am Dienstag im Grenzdurchgangs- und Aufnahmelager in Friedland der Fraktionsvorsitzende der SPD im Deutschen Bundestag, Thomas Oppermann, mit Blick auf die zunehmende Zahl von ankommenden Flüchtlingen in vielen Städten und Gemeinden.

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Quelle: Hinzmann

Friedland. Die Aufnahme von Menschen aus Syrien, Afrika und anderen Ländern, die vor Krieg, Gewalt und großer Not fliehen, "ist nach meinem Verständnis eine nationale Aufgabe", so Oppermann. Dafür dürften die Kommunen nicht finanziell alleine verantwortlich sein. Es sei eine Aufgabe, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg schon einmal gemeistert habe, ergänzte der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder. Allerdings gebe es einen Unterschied zur heutigen Situation: In den ersten Nachkriegsjahren habe die westdeutsche Bevölkerung "Not geteilt, heute müssen wir Wohlstand teilen - und das können wir". Gemeinsam mit der Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) informierten sich Oppermann und Kauder am Vormittag über das Grenzdurchgangslager, seine Geschichte und ein geplantes "Museum Friedland", das zurzeit für etwa 20 Millionen Euro im und am historischen Bahnhof des Ortes entsteht. Ihr Besuch war der Auftakt in kleinster Runde für eine gemeinsame Klausurtagung der geschäftsführenden Fraktionsvorstände von SPD und CDU/CSU im Bundestag am Nachmittag in Göttingen.

"Ich bin beeindruckt von dieser Einrichtung und dem guten Miteinander im Lager und besonders mit der Bevölkerung in Friedland und seiner Region", sagte Hasselfeldt nach ihrer Besichtigung einer alten musealen Nissenhütte, in der früher die ersten Flüchtlinge untergebracht waren. Auch Kauder zeigte sich "in besonderer Weise bewegt", weil ihn das Lager Friedland und das Museumskonzept an Schilderungen seiner Eltern erinnere, die nach dem Krieg selbst aus dem Osten über einen bayrischen Aufnahmepunkt geflohen seien. Das vorgesehene Museumskonzept "ist wunderbar", ergänzte Oppermann, "weil es die Flüchtlingsschicksale in der Nachkriegszeit und die Schicksale der heutigen Flüchtlinge zusammenführt". Der erste Bauabschnitt des dreiteiligen Museums im Bahnhofsgebäude soll in etwa einem Jahr eröffnet werden. US

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