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Wätzolds Woche Zeugniszeit

Am Dienstag hatte ich etwas mit der Deutschen Bahn zu klären. Also zog ich im Reisezentrum eine Wartemarke und wartete. Dabei fiel mir ein Gerät auf, mit dem man die Bahnmitarbeiter bewertet.

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Quelle: CH

Vier Tasten gibt es; vom breiten Smiley als Bestnote über zwei Zwischenstufen bis zum sauertöpfischen Hängemund, der wohl „Setzen, Sechs!“ bedeutet.

Da man bei der Bahn ja nicht nur lange auf den Zug, sondern auch auf die Beratung wartet, wurde ich Zeuge, wie eine Bahnangestellte, die ich eben noch uniformiert hinterm Tresen sah, nun in zivil das Wartezentrum verließ und dabei auf den breiten Smiley drückte, sich also selbst die Bestnote gab. Zum Ausgleich drückte ich sofort zwei Mal den Hängemund. Ab jetzt werde ich vor jeder Bahnfahrt immer erst ins Reisezentrum gehen und mehrfach schlecht bewerten und ich bitte alle Leser, es mir gleich zu tun. Denn nur so können wir gemeinsam verhindern, dass die Bahnmitarbeiter neben der Pünktlichkeits- auch die eigene Bewertungsstatistik schönen.

„Setzen, Sechs!“ möchte ich auch dem Göttinger Politikwissenschaftler Bassam Tibi zurufen, denn der schwadroniert im Interview mit Welt.de von „Gangs, ob afghanisch oder eritreisch“, die in Göttingen „durch die Straßen laufen“, sodass er „es mit der Angst bekommt“. Und: „Das Göttinger Gemeinwesen ist erschüttert.“ Genau, und zwar durch das Gesabbel eines 72-jährigen, der mit 18 selbst als Spross einer reichen syrischen Familie nach Deutschland kam und sich jetzt anscheinend vom einfachen Flüchtling distinguieren muss. Dass Tibi bei der nächsten Kundgebung des nazistischen „Freundeskreises“ auftritt, ist allerdings nur ein Gerücht.

Einen Smiley hingegen bekommt die hiesige SPD von mir für ihre Idee, am Hagenweg einen „Kulturcampus“ zu schaffen. Auch OB Köhler findet das gut, er sei aber unsicher, ob das angesichts erheblicher Investitionen bei JT, DT, Museum und Stadthalle finanzierbar sei.

Aber Rolf-Georg, solch klein karierte Bedenken plagen Dich doch sonst auch nicht. Schließlich hast Du Verwaltungssprachrohr Johannson erst vor wenigen Tagen sagen lassen, dass das Kunstquartier den Vollbetrieb in 2018 aufnimmt, ohne einen Schimmer davon zu haben, wo die selbst ausgedachten jährlichen Betriebskosten von 360.000 Euro herkommen sollen.

Mein Vorschlag dafür: Konsequentes Abkassieren der Autofahrer, die illegal durch die Kurze Geismarstraße fahren. Das reicht locker für Kuqua und Campus zusammen!

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