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Auf ein Neues

Kommentar von Chefredakteur Uwe Graells Auf ein Neues

In zwei Wochen geht es nochmals in die Wahlkabine. Bernhard Reuter gegen Ludwig Theuvsen, Teil zwei des Landratswahlkampfes. Die beiden Kandidaten gaben sich – wie es sich gehört – zufrieden. Jedenfalls vor den Mikros und Schreibblöcken der Journalisten. Ein Kommentar von Chefredakteur Uwe Graells

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Stichwahl mit Reuter und Theuvsen

Die Landratskandidaten bei einer Fragerunde nach der Wahl

Quelle: CHH

Göttingen. Aber ist dem auch so? Die Antwort ist ganz einfach: Nein. Theuvsen wollte 38 bis 40 Prozent im ersten Wahlgang und als Hauptziel die Stichwahl erreichen. Den ersten Teil hat er klar verfehlt, den zweiten geschafft. Nun ist der Professor mit dem Wunschziel Landrat nicht gerade ein Kandidat, dem die Emotionen sofort anzusehen sind. Glücklich wirkte Theuvsen aber nicht gerade. Reuter wollte zwischen 45 und 48 Prozent landen. Punktlandung. Aber insgeheim hat er sich natürlich die Mehrheit aller Stimmen erhofft.

Die Grünen haben immerhin auf einen eigenen Kandidaten verzichtet. Das waren vor fünf Jahren im ersten Wahlgang mehr als 20 Prozent der Stimmen für die grüne Kandidatin Christel Wemheuer. Die Gründe für ein Reißen der 50 Prozent sind sicherlich vielfach. Zuvorderst wird der Anstieg der Bewerberzahl genannt. Ja, das stimmt. Vor fünf Jahren gab es nur drei Kandidaten, jetzt waren es sechs. Mitentscheidend waren aber zwei andere Punkte. Der Verzicht der Grünen auf einen eigenen Kandidaten hat die Partei vor eine Zerreißprobe gestellt. Etliche Wähler aus der Klientel der Ökopartei wollten diesen Weg nicht mitgehen. Das war im Wahlkampf zu spüren, ein halbherziges Streiten für einen gemeinsamen Kandidaten Reuter bringt eben nicht alle Wähler in die Wahlkabinen.

Reuter muss aber auch auf seine eigene Partei schauen. Die SPD-interne Mail über Postenabsprachen mit den Grünen beim ZVSN kam zum schlechtesten Zeitpunkt auf den Tisch - sechs Tage vor dem Wahltag. Der „Durchstecher“ wird sich dabei wohl etwas gedacht haben. Völlig unnötig war zudem die Angriffsfläche, die sich auf einmal in Sachen VHS auftat. Der Streit um die richtige Linie bei der Aufklärung der Vorfälle um VHS-Chef Eberwien war schlichtweg schädlich. Reuter und Theuvsen stehen zwei schwierige Wochen bevor. Sie müssen ihr Wählerpotenzial für einen erneuten Wahlgang mobilisieren – und dann bleibt noch die Frage, wie sich die rund 17 Prozent der anderen vier Bewerber verteilen. Es bleibt spannend beim Kampf um den wichtigsten Job im Landkreis. Auf ein Neues in 14 Tagen.

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Von Redakteur Dr. Uwe Graells

Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016