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Konflikt um Wohnheim in der Humboldtallee 9 Göttingen beigelegt

Gemeinsamer Weg beschlossen Konflikt um Wohnheim in der Humboldtallee 9 Göttingen beigelegt

Einigung im Wohnheimstreit: In der Auseinandersetzung zwischen dem Studentenwerk und der Hausgemeinschaft des Wohnheims Humboldtallee 9 haben sich beide Parteien geeinigt, den dort wohnenden Studierenden mehr Mitbestimmung bei Neuvermietungen einzuräumen.

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Der Konflikt um das Wohnheim in der Humboldtallee 9 ist laut Studentenwerk beigelegt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Gleichzeitig bleibt das Vermietungsrecht beim Studentenwerk. Zuvor hatte die Hausgemeinschaft gefordert, das Vermietungsrecht an einen Verein zu übertragen. Diese Forderung ist vom Tisch.

Beide Seiten haben eine Satzung unterzeichnet, nach der die Wohngemeinschaften im Haus entscheiden, wer als neue WG in eine freie Wohnung einzieht. Ein Belegungsausschuss sichtet die Bewerbungen und gibt eine Empfehlung, der das Studentenwerk „grundsätzlich“ folgen soll. Ein Haussprecher ist an Planungen zur Haussanierung beteiligt.

Vorangegangen waren dem Kompromiss vier Gespräche, die nach Auskunft von Jörg Magull, Geschäftsführer des Studentenwerkes, „konstruktiv“ und „in guter Atmosphäre“ geführt worden seien. Zuvor gab es teils heftige Auseinandersetzungen, die sich auch um die Dachgeschosswohnung drehten. Diese ist nun frei und steht allen Studierenden zur Verfügung. Zuletzt hatte das Studentenwerk geplant, diese für internationale Studenten vorzuhalten.

Bewerbungen für die Wohnung werden ab sofort angemommen

Weil für das Studentenwerk Selbstverwaltungsstrukturen in Wohnheimen seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit seien, so betonte Magull, habe das Studentenwerk „die meisten Ideen für die Humboldtstraße 9 gerne unterstützt“. Die Beteiligung der Mieter sei eine „gute Kultur und auch für uns als Vermieter ein Gewinn“.

Die Hausgemeinschaft sieht durch die Neuregelungen „eine funktionierende“ Hausgemeinschaft garantiert. Eine Sprecherin sagte: „Wir freuen uns, dass der öffentliche Druck letztlich ausgereicht hat, um das Studentenwerk in den Verhandlungen in Bewegung zu setzen.“

Man sei „sehr zufrieden.“ Die SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta begrüßte die Lösung: „Das selbstverwaltete studentische Wohnen ist ein Konzept, das immer die Unterstützung der Göttinger SPD finden wird.“

Ein Sprecher der Wohnrauminitiative, die sich für die Hausgemeinschaft Humboldtallee eingesetzt hatte, warnte trotz des Erfolges: Man sei sich bewusst, dass das Studentenwerk langfristig andere Interessen habe, als die studentische Wohnkultur zu erhalten. Das Studentenwerk sei an der Erhaltung kleiner Wohnheime nicht interessiert. Deren Vertreter müssten wachsam bleiben.

Dieser Artikel wurde aktualisiert

Streit um das Studentenwohnheim Humboldtallee 9. © Hinzmann

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