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Kontrolle im ökologischen Betrieb: Von den Akten bis zum Stall

Alles Bio Kontrolle im ökologischen Betrieb: Von den Akten bis zum Stall

Mit 7,7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2013 gilt nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Deutschland als größter Markt für Bio-Lebensmittel in Europa. Die ökologische Produktion hinkt hierzulande aber eher hinterher und kann den Bedarf bei weitem nicht decken.

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Hofbetreiber (links) mit dem Kontrolleur beim offenen Rinderstall.

Quelle: Hinzmann

Waake. Das sagt einer, der regelmäßig Bio-Betriebe kontrolliert. Gerade erst hat der Kontrolleur, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, den Bio-Hof von Johann Grafenstein-Lohrberg in Waake überprüft.

Der Waaker Betrieb ist im Gegensatz zu den meisten sehr vielseitig aufgestellt: Kartoffeln, Feldgemüse, Salat, Getreide, Rinder, Schweine, Eier und schließlich Brot aus der eigenen Backstube – alles Bio. Der Mann von der Firma Abcert, einer amtlich zugelassenen Kontrollstelle für ökologischen Landbau, benötigt für die Überprüfung des Betriebes von Grafenstein-Lohrberg etwa vier Stunden.

Ein Großteil der Zeit verbringt er mit dem Landwirt im Büro, wo sämtliche Belege und Zertifikate unter die Lupe genommen werden. Stammt das von Grafenstein-Lohrberg bestellte Saatgut auch wirklich von einem Bio-zertifizierten Lieferanten? Und trägt die Rechnung für den Dünger eine Öko-Kontrollnummer? Bio-Betriebe müssen genau erfassen, was sie von wem gekauft und an wen verkauft haben. So lassen sich die Bio-Produkte bis zum Erzeuger zurückverfolgen.

Mindestens einmal jährlich erfolgten Kontrollen des gesamten Betriebs, zusätzlich müsse man auch mitunangemeldeten Stichproben durch die Kontrollstelle rechnen, sagt Grafenstein-Lohrberg. Nach ausführlichem Studium der Akten schaut sich der Kontrolleur auf dem Waaker Betriebsgelände um. In der Backstube überprüft er zum Beispiel die Säcke mit Sonnenblumenkernen. Alles okay. Sie tragen die den Code IN-ORG-004, einer in der EU zugelassenen Kontrollstelle für organische Produkte in Indien.

Weiter geht die Betriebsschau im Offenstall. „Ich schaue, ob die Tiere genügend Platz haben, ob sie auf natürlichem Einstreu stehen und wie ihr Allgemeinzustand ist“, erklärt der Kontrolleur. Auch hier hat er nichts zu beanstanden. Das Futtermittel, das Grafenstein-Lohrberg seinen Tieren gibt, baut er selbst an. Und auch hier darf er „Bio“ draufschreiben, weil alles den EU-Vorschriften entspricht.

Kontroll-Kriterien im Bio-Betrieb

Bei der Kontrolle eines Bio-Betiebes werden die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung zugrunde gelegt. So dürfen zum Beispiel keine Pestizide eingesetzt und nur Saat- und Pflanzgut von ökologischer Qualität verwandet werden.

Tierhaltung muss artgerecht und erfolgen, Stall- und Außenflächen müssen Mindesranforderungen erfüllen. Futtermittel müssn aus ökologischer Erzeugung stammen. Nur bei Nichtverfügbarkeit darf eingeschränkt herkömmliches Futtermittel eingesetzt werden.

Der Landwirt muss seine Anbauplanung und Fruchtfolge bei der Kontrolle vorlegen, außerdem muss über die Verwendung von Düngemitteln und Saatgut Buch geführt werden.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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