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VHS: Wedrins Thema im Aufsichtsrat?

Kontrollgremium berät am 13. September VHS: Wedrins Thema im Aufsichtsrat?

Die nächsten Schritte in der VHS-Affäre sind vorgezeichnet: Der Aufsichtsrat der Volkshochschule Göttingen Osterode tritt nach Tageblatt-Informationen am Dienstag, 13. September, erneut zusammen. 

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Auf der Tagesordnung: der Bericht des Wirtschaftsprüfers sowie eine rechtliche Einschätzung der Vorwürfe gegen den inzwischen abberufenen VHS-Geschäftsführer Thomas Eberwien.

Quelle: Archiv

Göttingen. Auf der Tagesordnung: der Bericht des Wirtschaftsprüfers sowie eine rechtliche Einschätzung der Vorwürfe gegen den inzwischen abberufenen VHS-Geschäftsführer Thomas Eberwien.

Nach Tageblatt-Recherchen soll es in der Aufsichtsratssitzung konkret um Folgendes gehen: Zunächst soll der Bericht des Wirtschaftsprüfers zur Klärung der Vorwürfe gegen Eberwien beitragen. Dabei geht es um die Fragen, ob Eberwien die Kreditkarte der VHS rechtmäßig genutzt hat oder nicht, ob und wann er Belege beigebracht hat.

Im Weiteren soll die Rechtsanwaltskanzlei SJS eine rechtliche Einschätzung abgeben, wie die Ergebnisse des Wirtschaftsprüfers mit Blick auf den Vertrag zwischen Eberwien und der VHS arbeitsrechtlich zu würdigen sind.

Offen ist, ob noch ein weiterer Punkt erneut zur Sprache kommt: die juristische Würdigung des Verhaltens einzelner Mitglieder des Aufsichtsrates. Dessen stellvertretender Vorsitzender Tom Wedrins hatte bereits Ende voriger Woche, als die Vorwürfe gegen Eberwien bekannt wurden, dessen fristlose Kündigung öffentlich ins Spiel gebracht. Dieses Statement des SPD-Ratsherrn scheint problematisch zu sein, denn es ist möglicherweise sogar für sich genommen rechtlich schon ein Problem. 

Darauf hat dem Vernehmen nach Alexander Schneehain, der die Kanzlei SJS vertreten hat, Wedrins bereits in der Aufsichtsratssitzung am 5. September hingewiesen. Regelt den Umgang mit der Öffentlichkeit und die Rolle einzelner Aufsichtsratsmitglieder ein entsprechender Gesellschaftervertrag nicht anders, gelten die Vorgaben des Aktiengesetzes. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat dazu 2012 festgestellt: „Mitglieder des Aufsichtsrats, die durch öffentliche ,pointierte Meinungsäußerungen‘ im Rahmen eines unternehmensinternen Konflikts die Kreditwürdigkeit der Gesellschaft gefährden, verletzen grundsätzlich ihre Treuepflicht dieser gegenüber.“

 
Im VHS-Gesellschaftervertrag heißt es: „Aufsichtsratsmitglieder, die ihre Sorgfaltspflicht und die ihnen obliegende Verantwortung außer Acht lassen, sind der Gesellschaft zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Sie haben nachzuweisen, dass sie die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsmannes angewandt haben.“ Ein Kenner der Vorgänge an der VHS-Spitze fasste es knapper zusammen: „Keiner hätte etwas sagen dürfen.“

Tom Wedrins hat zu diesen Sachverhalten am Donnerstagabend dem Tageblatt gegenüber auf Anfrage keine Stellungnahme abgegeben.

Von Christoph Oppermann und Michael Brakemeier

Sie erreichen die Autoren wie folgt:

c.oppermann@goettinger-tageblatt.de / Twitter: @tooppermann

m.brakemeier@goettinger-tageblatt.de / Twitter: @soulmib

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