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Kontroverse Tagung beweist Forschungsbedarf

Künftiges Museum Kontroverse Tagung beweist Forschungsbedarf

Friedländer Gespräche Nummer eins, die erste wissenschaftliche Tagung im künftigen Museum Grenzdurchgangslager Friedland: Am Nachmittag wird es lebhaft, ja heftig. Emotionen, für die sich Teilnehmer später entschuldigen, werden spürbar.

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Erster Besuch am Museums-Bahnhof: Führung der Tagungsteilnehmer über Museumsgelände.

Quelle: CH

Friedland. Es geht um die ganz praktische, individuelle Integration von Spätaussiedlern aus Osteuropa, Russland und Kasachstan in die Deutsche Gesellschaft. „Wir sind Deutsche!“, sagt Lilli Bischoff, Landesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, und betont das mit Ausrufungszeichen. Die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, selbst 1988 aus Russland ausgesiedelt, grenzt sich damit ab von Migrationssoziologin Irene Tröster, die in ihrer Doktorarbeit Spätaussiedler noch in drei Gruppen einteilt: in die, die sich assimiliert haben, in solche, die wirtschaftlich angekommen, und in solche, die noch gar nicht ganz da sind in der Bundesrepublik.

Für Matthias Weber, Professor des Bundesinstituts für Kultur- und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, der die ganztägige Tagung moderierte, zeigt der Disput: „Er beweist den Bedarf an einer Einrichtung wie Friedland, um Probleme der Integration wissenschaftlich zu untersuchen.“

Weber, Tröster und etliche Wissenschaftler haben an diesem Tag in wissenschaftlichen Vorträgen und anhand ganz praktischer Beispiele den Bogen gespannt von der Migration Deutscher ins zaristische Russland, von Geschichte und Tradition  der Wolgadeutschen bis hin zur Rückkehr und Integration Deutschstämmiger in die deutsche Gesellschaft.

Und das war nur der Teil, der Spätaussiedler betrifft. Zur Vergleichbarkeit der Situation von Spätaussiedlern mit Asylsuchenden, Flüchtlingen oder Spätaussiedlern, so Weber, müsse noch viel geforscht werden. Das alles müsse das Museum, das zur Bildungs- und Forschungsstätte werden soll, künftig auch mit leisten.

Man könne nur stolz sein, so Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD), der der Tagung beiwohnte, welche Bedeutung Lager und Museum damit zukomme. Erstmals wurde den Tagungsteilnehmern auch das Museumsprojekt erläutert, der Bahnhof als Kernstück und der künftige Museumspfad. Zwischen Lager und Bahnhof sollen in einem Parkgelände mehrere Pavillons verschiedene Themen von „Abschied, Ankunft und Neubeginn“ präsentieren.

Das Land hat dazu die alten Gleisanlagen gekauft und wird sie zurückbauen. Entlang der Bahnlinie wird eine Lärmschutzwand entstehen. Mitten durch den Museumspark soll künftig der Leineradweg führen, von dem sich Organisator Oliver Krüger viele Besucher erhoffen. Am Freitag, 16. November, können sich alle Interessenten beim Tag der offenen Tür einen ersten Eindruck vom künftigen  Museum verschaffen.

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