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Korruptionsbekämpfer erhebt schwere Vorwürfe

„Organisierte Verantwortungslosigkeit“ Korruptionsbekämpfer erhebt schwere Vorwürfe

Gezielt und in großem Stil haben Banken Immobilienkäufer ausgeplündert, meint der Korruptionsbekämpfer Wolfgang Hetzer. Mitten drin: die Deutsche Bank. Hetzer trug seine Vorwürfe am Sonnabend vor etwa 250 Zuhörern im Hotel Freizeit In vor.

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Wolfgang Hetzer

Quelle: Westend-Verlag

Sie alle eint, dass sie sich mit dem Kauf einer Immobilie auf ein bankenfinanziertes Steuersparmodell eingelassen haben. Der Haken dabei: Die Immobilien waren nur etwa ein Drittel des Kaufpreises wert. Kein Zufall, meint Hetzer, von 2002 bis 2011 Abteilungsleiter im Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung und davor Referatsleiter im Bundeskanzleramt und darin insbesondere mit den Bereichen Organisierte Kriminalität und Geldwäsche befasst. Die Bank habe über lange Zeit die Entstehung von Subkulturen mit erheblicher krimineller Energie zugelassen und ein System „organisierter Verantwortungslosigkeit“ geschaffen. Demzufolge habe sie auch bei dem Geschäft mit den sogenannten Schrottimmobilien kräftig mitgemischt.

 
Auch die Strafverfolgungsbehörden hätten versagt. Völlig veraltet sei dort beispielsweise das Verständnis von „Organisierter Kriminalität“, die fast ausschließlich gewalttätigen, primitiven Banden von Rauschgifthändlern, Betrügern und Räubern zugeschrieben werde. Und die deutsche Politik verweigere sich Antworten auf die Frage nach einer strafrechtlichen Haftung.

 
Zuvor hatte der Göttinger Rechtsanwalt und Organisator des Treffen, Reiner Füllmich, den aktuellen Sachstand in den Gerichtsverfahren um die Finanzierung von Schrottimmobilien erläutert. Dort behaupte die Deutsche Bank immer wieder, die den dubiosen Immobiliengeschäften zugrundeliegenden Darlehensverträge seien rechtmäßig zustandegekommen. Das sei „prozessbetrügerisch“, sagte Füllmich. Das Geldinstitut hingegen weist den Vorwurf des Prozessbetrugs „entschieden zurück“.

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