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Krach um Klettern

Alpenverein kritisiert neuen Entwurf zum Reinhäuser Wald Krach um Klettern

Kletterorganisationen kritisieren auch den neuen Entwurf des Landkreises Göttingen für das Landschaftsschutzgebiet Reinhäuser Wald. Damit würden keine weiteren Felsen zum Klettern freigegeben, erklärt Axel Hake vom Deutschen Alpenverein und der Interessengemeinschaft Klettern.

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Es würden kaum noch Felsen zum Klettern frei, so der Alpenverein.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Reinhausen/Göttingen. Die neue Version entspreche „bis auf wenige Details dem des Umweltamtes von 2012, der für erheblichen Ärger und Unwohlsein in der Öffentlichkeit geführt hat“, meint Vereinssprecher Hake. Mit der neuen Verordnung würden nur die bereits durch die Kletterkonzeption von 2006 mit dem Landkreis geregelten Möglichkeiten in der Verordnung festgeschrieben. Bei Felsen, bei denen nach damaliger Absprache neue Kletterrouten angelegt werden durften, sollen diese nun in die Verordnung übernommen werden. Danach sollen aber keinen weiteren Routen mehr möglich sein.

Hake weiter: „Das ist eine Verschlechterung gegenüber der alten Regelung, wo Neutouren möglich waren.“ Außerdem gebe es weitere Felse, die zum Klettern genutzt werden. Ohne naturschutzfachliche Datengrundlage, die eine Sperrung rechtfertigen würde, sollten diese nun gesperrt werden. Auch Felsen in Privatbesitz, kritisiert Hake weiter, sollen nun gesperrt werden. Klettern gehöre jedoch zum Betretensrecht nach dem Niedersächsischen Waldgesetz und dürfe nicht durch Grundeigentümer verboten werden.

Alpenberein und IG Klettern fordern nun vom Umweltamt, zügig eine Begutachtung der Felsen vorzunehmen, um zu klären, wo naturverträglich geklettert werden kann und wo nicht. Hake: „Die Kletterer sind als Naturliebhaber sofort bereit auf das Klettern zu verzichten, wenn es die Natur gefährdet.“ Dafür müssten jedoch - unabhängig ob auf Privatgrund oder Landesfläche - Sachgründe vorliegen. Keinesfalls könne eine Weigerung der Grundeigentümer zum Klettern als Grund herangezogen werden, die Felsen pauschal zu sperren, weil ein Betretensrecht vorliege.

Im Reinhäuser Wald gibt es etwa 80 zum Klettern geeignete Felsen. Laut Verordnung blieben davon 15 zum Klettern - ohne Möglichkeiten für Neutouren, wie Hake kritisiert.

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