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Krach um Zwangsarbeiter-Projekt

Keine Förderung für Betreuung Krach um Zwangsarbeiter-Projekt

Die Geschichtswerkstätten Göttingen und Duderstadt stecken mit ihrer erfolgreichen Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in Schwierigkeiten. Einen Antrag auf Personalkosten für die Betreuung der Ausstellung lehnte der Finanzausschuss jetzt ab.

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Göttingen/Duderstadt. Der Landkreis hatte 2014/2015 einen sechsstelligen Betrag in die Etablierung eines festen Ortes für die Ausstellung gesteckt. Nach der „überraschenden Ablehnung“ ihres Finanzierungsantrages auf Personalkostenunterstützung sehen sich die Geschichtswerkstätten Göttingen und Duderstadt als Trägerinnen der Ausstellung wegen Personalknappheit „nicht mehr in der Lage, die Öffnungszeiten, Führungen sowie begleitende Projektarbeit zu gewährleisten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Als Bildungs- und Erinnerungsstätte an mehrere Zehntausend Menschen, die in dieser Region Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg leisten mussten, ist die Aufrechterhaltung auch eine öffentliche Aufgabe und kann inhaltlich nicht allein durch engagierte Ehrenamtliche begleitet werden.“ Diese Arbeit erfordere eine kontinuierliche inhaltliche Betreuung „durch eine kompetente Person, die kontinuierlich für die Ausstellung zur Verfügung steht“, meinen die Geschichtswerkstätten.

Überraschend sei nicht die Ablehnung der Finanzierung, sondern die Einreichung des Antrags durch die Geschichtswerkstatt gewesen, erklärt die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer. Der Antrag habe die Verwaltung erst nach der jüngsten Kulturausschusssitzung und erst kurz vor der Tagung des Finanzausschusses erreicht. Die Ausschussmitglieder mit Ausnahme der Linken hätten sich nicht in der Lage gesehen, der Bitte ohne die ausreichende Prüfung des Anliegens zu entsprechen.

Zudem handele es sich „eindeutig um eine freiwillige Leistung“, die nicht ohne Weiteres gewährt werden könne. Auf Dauer sei sie ohnehin nicht gedacht gewesen. Die Linkspartei, die dem Antrag der Geschichtswerkstatt bei den Haushaltsberatungen als einzige Fraktion zugestimmt hatte, hält hingegen „eine hauptamtliche Struktur“ für „unerlässlich“.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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