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Kragenbär ohne Göttinger Ratsbeschluss?

Satirische Debatte um Formalien Kragenbär ohne Göttinger Ratsbeschluss?

Das irritierte sogar die erfahrenen Kommunalpolitiker: „Es gibt keinen Ratsbeschluss zum Kragenbären“, betonte die Grünen-Abgeordnete Maria Gerl-Plein gleich mehrfach während der jüngste Ratssitzung. Dabei war die seit Monaten überregional diskutierte Entscheidung über ein Kragenbär-Denkmal doch längst gefallen.

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Formalitäten im Rat: Da lacht der Kragenbär auf seinem Probesockel.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Vor zwei Wochen hatte sich der Kulturausschuss des Rates mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, das umstrittene Denkmal zu Ehren des Dichters und Zeichners Robert Gernhardt als Geschenk von der Elchpreis-Jury anzunehmen. Letztere müsse nur vorher das erforderliche Geld dafür einwerben.

Mit seiner Entscheidung habe der Ausschuss den Antrag der Jury aber nur zustimmend zur Kenntnis genommen, so Gerl-Plein. Das komme zwar einem Okay gleich, sei aber kein Beschluss des Rates. Und damit stelle sich die Frage, ob die Kragenbär-Debatte erledigt sei oder ein Antrag der Linken im Rat verhandelt werden müsse.

In diesem Antrag nämlich fordern die Linken, die Verwaltung möge mit möglichen Sponsoren über die Finanzierung des in Aussicht gestellten Kragenbär-Denkmals verhandeln. Weil das ja nun mit der Entscheidung im Kulturausschuss überflüssig sein müsste, hätten die Linken den Antrag zurückziehen können. Die wollten aber die Stadtverwaltung und ihre politische Konkurrenz ein wenig ärgern.

Kragenbär-Debatte kochte hoch

Die Linken hatten ihren Antrag bereits Mitte August gestellt, den wollte damals aber niemand so richtig ernst nehmen. Die Kragenbär-Debatte kochte dennoch hoch, und dann offerierte die Verwaltung einen eigenen Antrag. Zentrale Aussage: Die Stadt sollte das Geschenk annehmen, alle Kosten über Sponsoren gedeckt werden.

„Die Verwaltung hat unseren Antrag schlicht geklaut und als eigenen eingebracht“, mokierte sich jetzt Civar Akad von den Linken. „Das hat uns verärgert“, ergänzte sein Fraktionsmitglied Patrick Humke – nicht ohne Reaktion: Das „war wirklich ein bisschen gemein“, pflichtete der Fraktionschef der Grünen, Rolf Becker, bei. „Uns würde das auch ärgern“, sagte Marcel Pache (CDU).

Das änderte nichts daran, dass der Rat noch lange diskutierte, ob die Kragenbär-Debatte mit der Entscheidung im Kulturausschuss nun formal erledigt sei oder der Linken-Antrag abgearbeitet werden müsse. Eine Debatte mit satirischen Elementen ganz im Gernhardtschen Stil, an deren Ende die Linken ihren Antrag dann sichtlich schadenfroh und kurzerhand zurückzogen.

Übrigens: Wenn die eingeforderte Finanzierung steht, muss der Rat am Ende dann doch entscheiden, ob er die Schenkung annimmt.

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Chefredakteur und Geschäftsführer des Göttinger Tageblatts: Uwe Graells

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