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Krankenhaus-Fusion abgesagt

Weende und Neu-Bethlehem Krankenhaus-Fusion abgesagt

Noch vor einem Jahr präsentierte das evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende hochfliegende Pläne: Die Fusion mit dem Krankenhaus Neu-Bethlehem zum evangelischen Krankenhaus Göttingen stehe kurz bevor, es seien nur noch Detailprobleme zu lösen.

Zwölf Monate später aber sind alle Pläne zerstoben: Die Fusion der beiden Häuser sei vom Tisch, erklärte Prof. Michael Karaus, medizinischer Geschäftsführer des Weender Krankenhauses.

Das fast ideale Zusammenpassen der medizinischen Angebote beider Krankenhäuser und die gleiche christliche Grundausrichtung einschließlich der damit verbundenen Tarifstrukturen, erläutert Karaus, hätten sehr für ein Zusammengehen gesprochen.

Allerdings seien die Schwierigkeiten bei einem derartigen Fusionsprozess unterschätzt worden. Karaus: „Es standen hier zwei unterschiedliche Modelle von Krankenhausführung gegenüber, die beide extrem erfolgreich in den letzten Jahrzehnten in Göttingen stationäre Medizin angeboten haben.“ Neu-Bethlehem habe mit seinem Belegarztmodell, bei dem die Ärzte auch die medizinischen Inhalte und die Strategie des Krankenhauses bestimmt und damit schon früh die enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Medizin umgesetzt.

Weende als klassisches Krankenhaus mit vielen Hauptabteilungen verfolge eine andere Strategie: „Wir sehen unsere Verantwortung darin, dieses Krankenhaus eng verbunden mit den anderen Leistungsanbietern der Region als Institution sicher in die Zukunft zu bringen, so dass sowohl die Krankenhausversorgung der Region als auch die Arbeitsplätze unserer 900 Mitarbeiter langfristig gesichert sind. Das institutionelle Interesse steht in Weende über dem verständlichen Interesse der Einzelabteilungen und ihrer Chefärzte.“ Nun bleibe es „bei der guten medizinischen Zusammenarbeit in loser Kooperation“.

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