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Krankenpfleger findet Eichhörnchen-Babys in Göttingen

Aus dem Kobel gefallen Krankenpfleger findet Eichhörnchen-Babys in Göttingen

Jörg Elend ist eigentlich stolzer Hundebesitzer. Doch jetzt kümmert sich der Krankenpfleger auch noch um zwei Eichhörnchenbabys. Die hat er vor einigen Tagen beim Gassigehen auf dem Gelände seines Arbeitgebers, der Freien Alten- und Krankenpflege (FAK), gefunden. Vermutlich hatte die nicht einmal handflächengroßen Nager-Jungen das Sturmtief „Niklas“ aus dem Kobel gefegt und heimtlos gemacht.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Mein erster Gedanke war, dass sie vermutlich tot sind. Doch sie lebten zum Glück“ sagt Elend. „Es sind auch noch braune, die in Deutschland immer seltener werden“, erklärt Elend, der auch Jäger ist.

Zum Schutz der geschwächten Eichhörnchen-Babys wickelt Elend die Jungtiere in Tücher ein und nimmt sie mit zur FAK. Dort wird die Krankenpflege kurzerhand auf Eichhörnchen-Betreuung ausgeweitet, wie Kollegin Katharina Presber erzählt. „Es ist schon so, dass wir hier alle sehr tierlieb und sorgsam sind“, sagt Elend. Auch nach Feierabend sind die kleinen Nager nun seine stetigen Begleiter.

Eigentlich wollte Elend sie in der privaten Auffangstation für Wildtiere von Silvia Buchenau abgeben. Dort herrscht derzeit aber Platzmangel. Immerhin konnte Buchenau Elend ein paar Ratschläge zum Aufpäppeln der Eichhörnchen-Babys mitgeben.

Mittlerweile scheint das Eis gebrochen und aus anfänglichen Schwierigkeiten mit Futterstreik hat sich nunmehr eine gesunde Beziehung zwischen Mensch und Tier entwickelt. So dürfen es sich die kleinen Nager sogar in der Hemdtasche ihres neuen Pflegers gemütlich machen. Wohlwissend, dass der natürliche Lebensraum der Eichhörnchen die hiesigen Wälder sind, sagt Elend, dass er „schon Abstand halten“ müsse, damit die Bindung nicht zu eng wird.

Das aber fällt schwer, vor allem, weil er mittlerweile so etwas wie väterlichen Stolz empfindet – und sich die Eichhörnchen-Jungen nur von ihm mit Katzenmilch füttern lassen. Im Zwei-Stunden-Rhythmus macht er das, auch nachts. Außerdem sollen die Eichhörnchen-Babys bald umziehen: vom Mäusekäfig in eine Vogel-Voliere. Die hat Elend schon organisiert.

Krankenpfleger findet Eichhörchenbabys in Göttingen. © Hinzmann

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