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Kreativ gegen Hass: Workshop in der Göttinger Waldorfschule

Gegen Hass-Schmierereien Kreativ gegen Hass: Workshop in der Göttinger Waldorfschule

Aus dem Hakenkreuz ist ein grünes Kleeblatt geworden. Shirn Moavenian (12) und Rosi Nüsse (14) sind mit Eifer bei der Sache. „Der Workshop gefällt uns gut“, sagen sie. Die beiden besuchen die siebte Klasse der Freien Waldorfschule Göttingen. Am Montag haben sie an einem Workshop teilgenommen.

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Aus Hassbotschaften werden positive Symbole: Mensah-Schramm arbeitet mit Waldorfschülern.

Quelle: Vetter

Göttingen. Geleitet wurde dieser von der Trägerin des Göttinger Friedenspreises, Irmela Mensah-Schramm. Sie engagiert sich seit 29 Jahren gegen Hass-Schmierereien in der Öffentlichkeit.

Ausgerüstet mit Schaber, Nagellackentferner und  weiteren Utensilien zieht sie Tag für Tag durch Deutschlands Städte und entfernt antisemitische, rassistische, schwulenfeindliche und rechtsradikale Schmierereien und Aufkleber. Seit 15 Jahren leitet Mensah-Schramm Workshops an Schulen, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen. „Die Schüler sollen selbst tätig werden, die Workshops sollen sie zum Nachdenken anregen“, sagt Mensah-Schramm.

Im Rahmen des Workshops wählen die Schüler aus einer Auswahl von verschiedenen Schmierereien, die Mensah-Schramm im Laufe der Jahre fotografiert und entfernt hat, Kopien aus. Darunter sind Sätze wie „Islam raus“ und „Juden in den Ofen“. Die Schüler sollen die Hassbotschaften dann mit viel Farbe in freundliche Botschaften umformen.

So wird bei Rosi Nüsse und Shirn Moavenian aus „Islam raus“, „Islam rain“ und aus dem Hakenkreuz ein glückbringendes, grünes Kleeblatt. „In jedem Workshop gibt es immer wieder völlig neue Ideen“, freut sich Mensah-Schramm. Am Ende stellen die Schüler ihre Ergebnisse vor. Besonders wichtig ist der Initiatorin des Workshops, dass Hass niemals mit Hass bekämpft wird. Ihr Ziel sei es,  etwas in den Köpfen zu ändern.    

Von Finn Lieske

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