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Kreis Göttingen: Zentrale Unterkünfte geplant

Vereinbarung unterzeichnet Kreis Göttingen: Zentrale Unterkünfte geplant

Die Stadt und der Landkreis Göttingen wollen sich künftig gemeinsam um die Unterbringung der ihnen zugewiesenen Flüchtlinge kümmern. Eine entsprechende Vereinbarung haben Landrat Bernhard Reuter und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (beide SPD) am Montag unterzeichnet.

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Vertragsunterzeichnung: Uwe Lührig, Bernhard Reuter und Rolf-Georg Köhler (v.l.).

Quelle: Brakemeier

Göttingen. „Die Flüchtlinge sollen künftig von dem untergebracht werden, der es zum Zeitpunkt ihres Eintreffens am Besten schafft“, erläuterte Reuter die Grundzüge der Vereinbarung zwischen Stadt und Landkreis. Reuter nannte diese Art der Kooperation als landesweit einmalig. Neben Stadt und Kreis ist zudem das Land beteiligt. Zwar würden etwa in der Stadt Göttingen neue Flüchtlingsunterkünfte gebaut, das aber brauche Zeit, sagte Köhler. Der Bedarf nach neuen Plätzen entstehe aber aktuell, sagte Köhler. Da könne der Landkreis aushelfen, um die Lage zu entzerren. Köhler unterzeichnete die Vereinbarung unter Vorbehalt. Am Freitag muss der Rat der Stadt noch zustimmen.

Köhler und Reuter legten am Montag aktuelle Zahlen vor. So geht Reuter derzeit davon aus, dass der Landkreisbis zum Ende des Jahres rund 1500 Flüchtlinge vom Land zugewiesen bekommt, für deren Untebringung er sorgen müsse. Die bisherige Strategie, Flüchtlinge möglichst dezentral unterzubringen, so Reuter, stoße an die Grenzen. Daher kaufe der Landkreis „mit Hochdruck“ Immobilien, um zentrale Unterkünfte zu schaffen. Diese sollten je maximal 300 Menschen aufnehmen können. Durch zentrale Unterkünfte solle verhindert werden, dass kommunale Einrichtungen, etwa Dorfgemeinschaftshäuser oder Sporthallen für die Flüchtlingsunterbringung in Anspruch genommen werden müssen.

Als konkrete Standorte nannte Reuter das ehemalige Vereinskrankenhaus in Münden mit 250 Plätzen, die Mündener Chemie-Fachschule mit 50 Plätzen und das Schloss Wollershausen. Reuter setzt bei diesen Plänen auf Transparenz und rechtzeitige Bürgerinformation. Wichtig, so der Landrat, sei ihm die Nachnutzung der Gebäude. So solle etwa in dem Krankenhaus ein Integrations- und Qualifizierungszentrum entstehen.

Momentan sind dem Landkreis knapp 500 Flüchtlinge vom Land zugewiesen. Hinzu kommen 270 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge und rund 2100 Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Köhler verwies erneut darauf, dass in der Stadt trotz der geplanten Neubauten und Ankäufen zum Jahresende rund 750 Plätze in Unterkünften fehlen werden. Nach jetzigen Planungen stehen Ende 2016 3250 Plätze in städtischen Einrichtungen zur Verfügung.

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