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Kreistag Göttingen beschließt Einführung anonymisierter Krankenscheine für Flüchtlinge

„Akt der Nächstenliebe“ Kreistag Göttingen beschließt Einführung anonymisierter Krankenscheine für Flüchtlinge

Einstimmig hat sich der Göttinger Kreistag für einen Modellversuch für die Einführung anonymisierter Krankenscheine im Landkreis ausgesprochen. Damit soll eine angemessene medizinische Versorgung von Flüchtlingen sichergestellt werden.

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Das Göttinger Neue Rathaus und der Göttinger Kreistag (v.l.).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Beantragt hatte das Projekt die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen. Der Modellversuch soll in Zusammenarbeit mit der medizinischen Flüchtlingshilfe umgesetzt werden und richtet sich an Menschen ohne Papiere oder ohne Berechtigung auf medizinische Gesundheitsversorgung nach dem Sozialgesetzbuch. Für diese Menschen, die aus Angst vor Abschiebung nicht zum Arzt gehen, müsse „eine Lösung außerhalb des bestehenden Systems“ gefunden werden.

Die Kreistagsabgeordneten rechnen damit, dass neben den individuellen Folgen bei einem Verzicht auf medizinische Leistungen letztlich höhrere Kosten für die Gemeinschaft entstehen. Ein Grund: Ohne Behandlung könnten sich Krankheiten weiterverbreiten oder beim Träger verschleppt oder chronisch werden.

Ute Haferburg (Grüne) und Harm Adam (CDU) verwiesen in der Debatte auf positive Erfahrungen, die mit ähnlichen Modellen in Stadtstaaten wie Hamburg oder Bremen gemacht worden seien. Dort habe man den Menschen nicht nur helfen können, das Ganze habe sich zudem kostenneutral gestalten lassen. Außerdem, so Adam, sei die medizinische Versorgung von Flüchtlingen „ein Akt der Nächstenliebe“.

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