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Kreisvolkshochschule und VHS Göttingen: Ärger bei Fusion

Feindliche Übernahme? Kreisvolkshochschule und VHS Göttingen: Ärger bei Fusion

Es gibt Ärger um die Kreisvolkshochschule (KVHS) Südniedersachsen und die geplante Fusion mit der Göttinger VHS: Stein des Anstoßes ist die Wahl des Göttinger VHS-Leiters Thomas Eberwien zum Geschäftsführer auch der südniedersächsischen KVHS. Der stellvertretende KVHS-und Geschäfststellenleiter in Osterode, Jörg Hüddersen, hat gekündigt.

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Göttinger VHS-Leiters Thomas Eberwien ist neuer Geschäftsführer der südniedersächsischen KVHS.

Quelle: EF

Göttingen/Osterode. Die Bürgerinitiative „Für Osterode“ wirft den Initiatoren der Fusion vor, „eine feindliche Übernahme“ vollzogen zu haben.

Nach Tageblatt-Informationen wurde Eberwien im Aufsichtsrat mit knapper Mehrheit gegen die Stimmen der Arbeitnehmer und Osteroder Vertreter gewählt. Damit „dürfte klar sein, dass es eine Fusion auf Augenhöhe in den Kreisen Göttingen und Osterode nicht geben wird“, sagt Bernd Hausmann von Bürgerinitive. Es habe zudem einen „üblen Beigeschmack“, dass die Stelle nicht offen ausgeschrieben worden sei.

Das findet auch Geschäftsstellenleiter Hüddersen, der seinen Arbeitsvertrag gekündigt hat. Er könne den Kurs für die Fusion mit der VHS Göttingen nicht mit tragen, erklärte der 45-Jährige. Er hätte sich eine Fusionsstrategie gewünscht, bei der alle KVHS-Standorte zwischen Osterode und Hann. Münden stärker eingebunden worden wären.

Kritik und Sorge unbegründet

Mit Eberwien sei die Fusion auf Göttingen focussiert. Die Kritik und Sorge der Osteroder sei unbegründet, sagt Eberwien. Weiterbildung für Erwachsene sei lokal, brauche aber einen starken Standort. Das gehe nur, wenn man die Mitarbeiter „mitnimmt und die ganze Bandbreite einer VHS anbietet“.

Die SPD-Fraktionen in den Kreistagen Göttingen und Osterode weisen die Kritik zurück. Sie unterstelle, dass die Erwachsenenbildung in Osterode floriert habe, so die Fraktionsvorsitzenden Herbert Lohrberg (Osterode) und Reinhard Dierkes (Göttingen). Kursangebot, Teilnehmerzahlen und Erlöse seien jedoch seit Jahren rückläufig. Eberwien habe eine große VHS auf „zukunftsfähigen Kurs gebracht“.

Stärkung der Erwachsenenbildung

Die Kündigung Hüddersens sei „bedauerlich, aber konsequent“, kommentiert der Göttinger Landrat Bernhard Reuter die Entwicklung. Sein Ziel als KVHS-Aufsichtsratsvorsitzender sei die Stärkung der Erwachsenenbildung im ländlichen Raum.

Die Fusion der beiden KVHS sei ein erster Schritt, das Zusammengehen mit der Göttinger VHS ein logischer zweiter. Die Personalie Eberwien als Argument gegen die VHS- und gar die Kreisfusion nutzen zu wollen, sei nicht nur falsch, sie schade auch Osterode.

Von Katharina Klocke und Ulrich Schubert

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