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Kritik an Böhse-Onkelz-Party im Alpenmax

Protestbrief Kritik an Böhse-Onkelz-Party im Alpenmax

Eine Veranstaltung in der Göttinger Diskothek Alpenmax sorgt vorab für Wirbel. Unter dem Titel „Böhse Rocknacht“ will Organisator Karsten Epler eine Party veranstalten, bei der „größtenteils“ die „Böhsen Onkelz aber auch ein Teil allgemeine Rockmusik und Rock Classics“, gespielt werden sollen, wie Epler angibt.

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„Böhse Rocknacht“: Veranstalter will keine „politische“ Party.

Quelle: CH

Göttingen . Doch der Schwerpunkt auf den Böhsen Onkelz hat zu Kritik geführt.

In einem offenen Brief, den Epler auch auf Facebook veröffentlich hat, werden er, das Alpenmax und Radio 21 als Sponsor aufgefordert, sich von der Musik der Böhsen Onkelz zu distanzieren. Für die Verfasser des anonymen Briefes sind die Böhsen Onkelz, auch wenn die sich öffentlich von ihrer rechten Vergangenheit distanziert und inzwischen aufgeslöst haben, „immer noch Bestandteil einer rechten Musikkultur“. Karsten Pein, einer der Briefverfasser, hält den Wandel der Onkelz für unglaubwürdig. Mit seinen Mitstreitern fordert er: „Keinen Fußbreit dem Rassismus – auch nicht auf Tanzflächen“. Denn: „Jetzt, da wir Zeugen werden, in welchem Maße neonazistische Gewalt und Morde wie im Falle des NSU verschwiegen, gefördert, kleingeredet, verdeckt oder geleugnet werden, dürfen wir nicht akzeptieren, dass reaktionäre Party-Veranstalter ungehindert Räume schaffen, in denen Rassismus verharmlost praktiziert und gefeiert wird“, heißt es in dem Schreiben.

Der langjährige Onkelz-Fan Epler kann das indes nicht verstehen. Er habe von der Band nie ein „rechtes Wort“ gehört, schon „ewig“ hätten sie sich von der rechten Szene distanziert. Es gebe, so räumt Epler, ein, drei Songs aus der Frühphase der Onkelz, die „inhaltlich kritisch“ seien. Die würden aber auf keinem Fall gespielt. Ihm liege es fern, morgen eine „politische“ Party zu veranstalten. Damit alles friedlich bleibt und mögliche Neonazis gar nicht erst zur Party eingelassen werden, hat Epler einen zusätzlichen Türsteher engagiert, der ausschließlich auf Neonazi-Kleidung, -Symbole oder Tätowierungen achten soll. „Jeder wird kontrolliert“, sagt er. Die Göttinger Polizei habe die Party morgen im „Fokus“, sagt Polizeisprecher Joachim Lüther. Bei Bedarf werde man reagieren. Man setze auch auf die Sicherheitskräfte des Alpenmax.

Ein Sponsoringangebot einer Firma aus der Gemeinde Bovenden über kostenlose Party-T-Shirts hat Epler inzwischen wieder abgelehnt. Die Firma wird von der langjährigen Freundin von Timo S. betrieben. Die Postadresse war hier die gleiche, wie die von Timo S. Mail-Order-Versand. S. spielte in den Rechtsrockbands Agitator, Kategorie C und Hauptkampflinie. Epler beteuert, von dieser Verbindung nichts gewusst zu haben.

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