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Kritik an Wildkatzenbrücke

Steuerzahler-Bund Kritik an Wildkatzenbrücke

Umstritten war sie von Beginn an, jetzt hat auch der Bund der Steuerzahler (BdSt) die sogenannte Wildkatzenbrücke zwischen Roringen und Waake in sein Schwarzbuch der größten Steuersünden aufgenommen. Damit verpassen die Mahner öffentlicher Verschwendung dem Land Niedersachsen als Bauherr eine kräftige Ohrfeige.

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Umstritten: die fast fertiggestellte Brücke für Wild- und Waldtiere am Södderich. 

Quelle: Pförtner

Göttingen. Es sei zwar gut, Tiere zu schützen und Wildunfälle auf stark befahrenen  Straßen zu verhindern, heißt es im jetzt veröffentlichten Bericht des BdSt. Bei der 50 Meter breiten Brücke für Wild- und Waldtiere für 2,6 Millionen Euro nahe Göttingen habe das Land aber sein „Augenmaß verloren“. Oder eher das Zählmaß. Denn schließlich habe selbst die Umweltorganisation BUND bei einer Bestandsaufnahme erst kürzlich nur neun Wildkatzen in dieser Region registriert. Ob das die Millioneninvestition rechtfertige, sei doch „höchst zweifelhaft“.

Noch in diesem Jahr soll die Brücke am Södderich fertiggestellt werden. 50 Meter breit verbindet sie zwei Waldbereiche eines FFH-Schutzgebietes, das durch die Bundesstraße 27 zerschnitten wird. Der Brückendeckel soll bepflanzt werden und dient dann ausschließlich Tieren als Überquerung. Damit Rehe, Wildschweine, Wildkatzen und auch Fledermäuse (Tageblatt berichtete) die Brücke finden und nicht an anderer Stelle über die Straße laufen oder fliegen, wird entlang der Straße auf beiden Seiten ein langer Zaun gezogen. Der wiederum hatte bei Bürgern aus Roringen und Waake zusätzlich Proteste hervorgerufen, weil die Zäune ihre Wander- und Radrouten blockierten – auch für Pendler nach Göttingen.  

Die Grünbrücke wird in erster Linie als Wildkatzenbrücke tituliert und kritisiert. Gerade die zuständige Landesbehörde hatte vor dem Baubeginn deutlich hervorgehoben, dass Wildkatzen vom Aussterben bedroht sind, sich aber zunehmend in einem großen Korridor zwischen Harz und südöstlichen Waldgebieten bewegen und entwickeln.

Um sie zu schützen, sei die begrünte Brücke erforderlich. Denn immer wieder seien in den vergangenen Jahren Wildkatzen auf der B 27 überfahren worden – jährlich etwa eine. Inzwischen betonen sowohl Landesbehörde als auch Natur- und Umweltschützer aber, dass die Grünbrücke zum Schutz vieler im Wald lebender Tiere gebaut werde. Dabei verweisen sie auf viele Wildunfälle. Die Brücke schütze damit wiederum indirekt auch Autofahrer.

Das Bauwerk nahe Göttingen ist übrigens nicht das einzige dieser Art, das der Steuerzahlerbund kritisiert. In seinem Buch der „öffentlichen Verschwendungen“ listet er auch eine Grünbrücke über die Autobahn A 7 bei Bad Kissingen auf – dort soll sie vor allem Rotwild und Luchsen über die Straße helfen.

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Gerüchte dementiert

Die Brücke für Wildkatzen und andere Tiere zwischen Roringen und Waake ist eigentlich fertig gebaut. Es gibt noch ein paar Restarbeiten, und bepflanzt werden muss sie auch noch. Dann fehlt nur noch der lange Zaun entlang der Bundesstraße 27, der die Tiere zur Brücke leiten soll.

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