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Kükensortierer: Jetzt muss BGH entscheiden

Berufung eingelegt Kükensortierer: Jetzt muss BGH entscheiden

Ein seit sieben Jahren anhängiges Strafverfahren um eine Vermittlungsfirma für asiatische Kükensortierer geht in die nächste Runde.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Uslar. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidiger hätten gegen das Anfang November verkündete Urteil des Landgerichts Göttingen Berufung eingelegt, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Damit muss sich nun der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Fall befassen.

Das Landgericht Göttingen hatte nach einem fast zweieinhalb Jahre dauernden Prozess den 53 Jahre alten Geschäftsführer einer Vermittlungsagentur in Uslar im Kreis Northeim zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Uslarer Firma vermittelt Arbeitskräfte aus Korea und China, die speziell darauf geschult sind, bei frisch geschlüpften Eintagsküken das Geschlecht zu bestimmen („Chick Sexing“), an Brütereien.

Die Kammer befand den Geschäftsführer des Vorenthaltens und der Veruntreuung von Arbeitsentgelten in 59 Fällen für schuldig, weil er keine Sozialabgaben für asiatische Kükensortierer abgeführt habe. Sein 58-jähriger Bruder wurde wegen Beihilfe zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte deutlich höhere Strafen gefordert. Die Verteidiger hatten dagegen auf Freispruch plädiert, weil die Kükensortierer nicht als abhängig Beschäftigte, sondern als Selbständige tätig gewesen seien.

Von Heidi Niemann

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