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Künftig nur eine Grundschule in Friedland

Keine Neubau in Groß Schneen Künftig nur eine Grundschule in Friedland

Kinder in der Gemeinde Friedland werden künftig nur noch in der Ortschaft Friedland eingeschult. Mit großer Mehrheit hat sich der Gemeinderat in einer turbulenten Sondersitzung am Donnerstagabend gegen einen Neubau in Groß Schneen und stattdessen für einen Anbau an die Grundschule Friedland ausgesprochen.

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Ein Anbau mit acht Klassenräumen soll die gerade erst grundsanierte Grundschule Friedland für eine künftige Dreizügigkeit erweitern.

Quelle: Vetter

Friedland. In namentlicher Abstimmung befürworteten lediglich sechs der 27 vollzählig anwesenden Ratsmitglieder den Neubau einer einzügigen Schule in Groß Schneen,  darunter die drei Groß Schneer Ratsherren . 

Bis zuletzt hatten Groß Schneens Ortsbürgermeister Lothar Zeuner und Ortsratsmitglied Karl Emde (beide SPD) durch Anträge zur Geschäftsordnung versucht, die drohende Abstimmungsniederlage zu vertagen. Zeuner verlangte Zurückweisung in die Ausschüsse, Emde wolle Kosten- und Betriebskostenberechnungen für gleich drei Bauvarianten, nämlich neben Anbau in Friedland und Neubau in Groß Schneen auch den Neubau einer dreizügigen Schule, "gleich an welchem Standort". Er glaube, dass ein Neubau auf Dauer kostengünstiger sein könne. Beide Anträge wurden mehrheitlich abgelehnt.

Während die SPD-Fraktion gespalten war, hatte sich die Gruppe aus CDU und Grünen  bereits festgelegt und einen Antrag gestellt, in dem sie die Beschulung in der Primarstufe ab August 2017 ausschließlich in Friedland fordert, die bauliche Erweiterung dieser Schule auf Dreizügigkeit fordert, die Verwaltung zur Planung des Erweiterungsbaues verpflichtet und die Schuleinzugsbereiche frühestmöglich zusammenführt. Der Schülertransport aus allen 14 Ortschaften nach Friedland solle rechtzeitig sichergestellt werden. Dieser Antrag erhielt mit 21 Stimmen eine klare Mehrheit.

Vergeblich hatten zuvor Eltern der Groß Schneer Initiative noch für eine gemeinsame Schule an zwei Standorten plädiert. Dem hielten andere Zuhörer entgegen, dass die auf Groß Schneen fixierte Sicht der Initiative in den anderen Gemeindeteilen Kritik ausgelöst habe.

Der Ortsrat Mollenfelde hatte eigens eine Resolution eingebracht, in der daran erinnert wurde, dass die Kinder aus zwölf der 14 Ortschaften schon jetzt zur Schule fahren. Der Slogan "Kurze Wege für kurze Beine" habe in den Dörfern für Verärgerung gesorgt. "Als wenn unsere Kinder längere Beine haben", sagte Annelie Hagemann (CDU-Fraktion) aus Mollenfelde.

Zeitweise wurde die Debatte hitzig. Applaus, Buh- und Zwischenruferufe eines Teils der 80 Zuhörer störten die Beratung. Eine Ruferin wurde vom Ratsvorsitzenden Sebasian Bause (CDU) des Saales verwiesen. 

Politiker aller Fraktionen hingegen sprachen immer wieder den Respekt vor den Argumenten der verschiedenen Elterngruppen und vor deren Mitwirken aus, betonten aber die Notwendigkeit zu einer Entscheidung im Sinne der ganzen Gemeinde zu kommen. Die Politik habe das Thema in vier Rats- und vier Sozialausschusssitzungen sowie intensiv in den Fraktionen eingehend diskutiert, sagte der Ratsvorsitzende.

Nun müsse entschieden werden, so ergänzte die CDU-Fraktionsvorsitzende Wollenweber, damit der Neubau rechtzeitig geplant werden könne. Beide Schulleiterinnen hatten sich zuvor in einem Papier ausdrücklich für eine dreizügige Schule an nur einem Standort ausgesprochen. Hermann Capelle (CDU) entschuldigte sich stellvertretend bei ihnen für die "unfairen Anfeindungen", die sie von einigen Eltern dafür hätten einstecken müssen.

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