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Künstler verlegt Stolpersteine für verfolgte Juden in Dransfeld

Namen bleiben in Erinnerung Künstler verlegt Stolpersteine für verfolgte Juden in Dransfeld

Paula Löwenheim konnte sich retten, ihr gelang die Flucht nach Brasilien. Jacob Isenberg dagegen wurde nach Theresienstadt verschleppt und in Treblinka ermordet. Beide haben eins gemein: Sie waren Dransfelder Bürger jüdischen Glaubens.

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Führte zu den Stolpersteinen: Ernst Achilles-Wengel vom Bürgerforum.

Quelle: Hinzmann

Dransfeld. Am Donnerstag, 9. Oktober, hat der Künstler Gunter Demnig für sie und zwölf weitere Dransfelder Juden, die in den 30er- und 40er-Jahren von den Nazis verfolgt und teilweise umgebracht wurden, sogenannte Stolpersteine verlegt.

Unter den Augen von rund 25 Bürgern und Bürgerinnen fügte Demnig  die kleinen, mit einer Messingplatte versehenen Betonquader mit Hammer und Meißel ins Pflaster vor den Häusern ein, in denen die Verfolgten damals lebten.

„Die Zeitzeugen, die sich noch an ihre jüdischen Mitbürger erinnern und von ihnen erzählen könnten, sind zu einem großen Teil bereits gestorben“, sagte Ernst Achilles-Wengel vom Dransfelder Bürgerforum 9. November, „durch die Stolpersteine bleiben die Namen in Erinnerung“.

Weiße Rose auf jedem Stein

Unter den Klängen von jiddischer Musik, die das Klezmer-Trio aus Göttingen spielte, legten Mitglieder des Forums auf jeden Stein eine weiße Rose und erinnerten in kurzen Ansprachen an die so Geehrten. Teilweise an ihr schreckliches Schicksal, beispielsweise an das von Erwin Proskauer, der von betrunkenen SA-Männern aus seiner Wohnung gezerrt und in die Werra getrieben wurde, wo er ertrank.

Teilweise aber auch an ganz alltägliche Dinge, zum Beispiel, dass Eva Katzenstein aufgrund ihrer roten Haare „das rote Gretchen“ genannt wurde und ihr Vater nach dem Arzt der zweite im Ort war, der ein Auto besaß.

Eine Reihe von Steinen wurde ersatzweise in der Gerlandstraße vor der ehemaligen Synagoge verlegt. Der Grund: Die Steine dürfen nur vor Häusern verlegt werden, deren Eigentümer ihre Einwilligung gegeben haben, und diese Einwilligung wird von einem Eigentümer verweigert. Bürgermeister Rolf Tobien (SPD) kündigte an, sich im Rat dafür stark zu machen, dass für das Verlegen grundsätzlich keine Einwilligung mehr erfolgen muss.

Von Hauke Rudolph

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