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Kein "Rockkreisel" in Göttingen Ausgekreiselt

Aus für die Rockkreisel: In Göttingen wird es vorerst keine nach Blues-, Beat- und Rock-Musikern benannten Kreisel geben. Der Kulturausschuss des Rates hat am Donnerstag einen entsprechenden SPD-Antrag abgelehnt und ist damit der Empfehlung der Verwaltung gefolgt.

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Einen Rockkreisel wie für John Lennon wird es in Göttingen vorerst nicht geben.

Quelle: Heller/Archiv

Göttingen. Am Ende waren es bei sieben abgegebenen nur zwei Stimmen der SPD, die am Donnerstag auf den Kreisel-Vorschlag entfielen. Selbst Ellen Fischer-Kallmann, die den Antrag für die SPD einbrachte, war der Vorschlag ihrer eigenen Fraktion, der auf die Weender SPD und vor allem auf SPD-Mann und Rockfan Horst Reinert zurück geht, nicht geheuer. Sie beteiligte sich nicht an der Abstimmung. 

 

Nach der Sitzung kommentierte die CDU-Ratsfraktion, mit deren Stimmen der Antrag unter anderem abgelehnt wurde, die Entscheidung auf Facebook: "Wir sagen gut so, die Stadtverwaltung soll sich lieber mit den wirklich relevanten Themen beschäftigen und keine Schaufenster-Anträge behandeln."

 

Auch die Verwaltung hatte die Benennung der Kreisel abgelehnt. So würde die Verwendung von Namen verstorbener Personen aus der Rockmusikgeschichte die bisherige Göttinger Praxis in der Namensgebungen nicht berücksichtigen. Und: "Leider lassen sich die Lebensläufe der sicherlich herausragenden musikalischen Künstlerinnen und Künstler auch immer wieder mit negativen Schlagzeilen, zum Teil mit Drogenkonsum und Exzessen verbinden, weshalb auch hier, unabhängig von der Einstufung der musikalischen Leistung, die Ehrung dieser Personen nicht immer unzweifelhaft erscheinen könnte."

 

Die Verwaltung führt auch die Kosten als Gegenargument an. Danach wären allein für die "reguläre Beschilderung" Kosten von rund 1400 Euro zu veranschlagen. Bei sieben Kreisverkehren müssten rund 10000 Euro im Haushalt bereitgestellt werden. Bei Verwendung größerer Schilder entsprechend mehr.

 

Sie schlägt nun vor, Vorschläge zu Benennungen nach Blues-, Beat- und Rockmusikerinnen und Musikern, die mindestens zehn Jahre verstorben sein sollten und weltweite Bekanntheit erlangt haben, zu sammeln und damit die Liste der Straßennamensvorschläge zu ergänzen. Zudem sollte Musikerinnen und Musikern mit Bezug zu Göttingen der Vorrang gewährt werden. Die Musik der Künstlerinnen und Künstler muss selbstverständlich den oben genannten Kriterien zum Ausschluss von menschrechtsverletzenden Taten oder Gedankengut entsprechen. Die Verwendung von Namen von Künstlerinnen wird dabei besonders begrüßt.

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