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Kurioser Einbruchsversuch bei Goldschmiede in Göttinger Theaterstraße

Diebstahl nach Rififi-Manier Kurioser Einbruchsversuch bei Goldschmiede in Göttinger Theaterstraße

Mit einer äußerst ungewöhnlich Methode haben Einbrecher in der vergangenen Woche versucht, in ein Schmuckatelier in der Theaterstraße einzubrechen: Sie drangen in den Keller unter das Juweliergeschäft ein, setzten einen hydraulischen Wagenheber auf eine Eisenstange und hebelten den Beton-Fußboden der Goldschmiede von unten her auf.

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Juwelier Piaggio sortiert  seinen Schmuck im Schaufenster

Quelle: Pförtner

Göttingen. Den Durchbruch allerdings schafften die Einbrecher nicht ganz. Was sie möglicherweise nicht wussten: Direkt oberhalb der Hebelstelle befand sich nicht nur ein Heizkörper auf einer massiven Holzplatte, sondern auch die untere Platte der Schaufenstervitrine. Zwar konnte man von oben in den Keller blicken, für einen Einbrecher war das Loch jedoch viel zu klein.

Nicolas Piaggio, Inhaber des gleichnamigen Goldschmiedeateliers, hat denn auch eine andere Vermutung: Die Täter hatten den eigentlichen Einbruch nur vorbereitet, um in der Nacht zum Sonnabend zuzuschlagen: Am Abend fand die Göttinger Nacht der Kultur statt – mit der entsprechenden Lärmkulisse.

Ein paar Stunden zuvor, am Freitag um 17 Uhr, wurde der Einbruchsversuch jedoch entdeckt. Piaggios Goldschmiedin Birgit Wolfs fiel auf, dass sich die innere Vitrinentür nur schwer öffnen ließ. Bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass der Vitrinenboden etwas nach oben gedrückt war. Darunter kam der Durchbruchsversuch zutage. Ein Gang in den Keller zeigte die massiven Schäden in der Betondecke. Außerdem lag noch jede Menge Werkzeug herum, sagt Piaggio – einschließlich Einbruchsutensilien mit Stange und Wagenheber.

Wenn die Täter den Fußboden des Verkaufsraums tatsächlich durchbrochen hätten, wäre ein geräuschloses und unsichtbares Ausräumen des Juweliergeschäftes möglich gewesen: Nachts lässt Piaggio die Vitrinen herunter, um die Schaufenster zu schützen. Die Polizei geht davon aus, „dass die Täter kurz vor dem Erfolg standen“, erläutert Sprecherin Jasmin Kaatz. Wann der Durchbruchsversuch unternommen wurde, sei nicht ganz klar: In Frage komme der Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag.

Nicht nur Piaggio, auch die Göttinger Polizei hält die Vorgehensweise per Durchbruch aus dem Keller für „spektakulär“. Hinweise auf die Täter gebe es noch nicht, sagt Kaatz. Das sichergestellte Werkzeug würden spurentechnisch untersucht.

Ganz zufrieden mit der Arbeit der Polizei ist Piaggio indes nicht. Er hatte darum gebeten, dass in der Nacht zum Sonnabend ein Polizist in der Goldschmiede Wache hält, um auf die Einbrecher zu warten. Das aber sei nicht möglich gewesen, so die Polizei.

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