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LG Göttingen verurteilt Sportschützen zu drei Jahren Haft

Nachbarn erschossen LG Göttingen verurteilt Sportschützen zu drei Jahren Haft

Ein 63-jähriger Sportschütze aus Schwiegershausen (Kreis Osterode), der im November vergangenen Jahres seinen Nachbarn erschossen hatte, muss deshalb für drei Jahre ins Gefängnis. Das hat am Freitag das Landgericht Göttingen entschieden. Nach Ansicht der Kammer hat sich der Angeklagte der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Schwiegershausen. Er habe in eklatanter Weise gegen die Sorgfaltspflichten eines Waffenbesitzers verstoßen und damit den tragischen Tod seines 57-jährigen Nachbarn verursacht.

 

Der Angeklagte und dessen Lebensgefährtin hatten den 57-Jährigen am Tatabend in ihre Wohnung eingeladen. Später kam es zum Streit. Der Angeklagte sei verärgert darüber gewesen, dass der Nachbar nach Mitternacht immer noch nicht gegangen war, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, habe er die Pistole ergriffen, die offen und mit drei Patronen im Magazin auf dem Schreibtisch lag. Der Sportschütze habe damit nicht nur gegen die Aufbewahrungsvorschriften für Waffen verstoßen, sondern auch eine hochgefährliche Situation provoziert. Der Druckpunkt der Pistole sei „erschreckend gering“, so dass sich sehr leicht ein Schuss lösen könne. In diesem Fall lösten sich zwei Schüsse, der zweite traf den Nachbarn tödlich.

 
Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die  ine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert hatte. Der Angeklagte sei aufgrund seines Alters und seiner körperlichen Verfassung besonders strafempfindlich. „Drei Jahre Haft sind eine erhebliche Strafe für jemanden, der 63 Jahre alt ist“, sagte der Richter. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

 

pid-nie

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