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LKH-Patient sticht auf Frau ein

Mordversuch: Psychiatrieinsasse flüchtet aus Moringen LKH-Patient sticht auf Frau ein

Seinen Freigang zum Blumengießen hat ein 33 Jahre alter Psychiatriepatient des Landeskrankenhauses (LKH) Moringen am Sonntag genutzt, um nach Göttingen zu fliehen und hier eine Frau zu überfallen. Er stach gegen 11 Uhr hinterrücks eine 71-Jährige nieder, die auf einer Streuobstwiese an der Reinhäuser Landstraße Mirabellen pflückte.

Die Polizei fasste den Flüchtigen binnen 30 Minuten. Ermittelt wird wegen Mordversuchs.

Schon einmal hat der aus Salzgitter stammende Mann versucht, einen Menschen zu töten. Wegen sexuellen Missbrauchs und versuchten Mordes an einem Kind war er am 18. August 2001 vom Landgericht Braunschweig zu zehn Jahren und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt worden. Wahllos und spontan hatte er damals das Kind überfallen. Diesmal traf es die Rentnerin; ebenfalls unvermittelt und scheinbar ohne Motiv.

Der Salzgitteraner wäre wohl längst in Freiheit, wäre er seinerzeit nur zu Haft verurteilt worden. Weil er aber im Maßregelvollzug therapiert wird, wurden seit April 2006 Lockerungen probiert – bisher ohne Komplikationen. Im November 2009 war er zuletzt einem Gutachter vorgestellt worden. Die Strafvollstreckungskammer bestätigte im März die vorsichtigen Vollzugslockerungen. Der Patient darf begleitet das Anstaltsgelände in Moringen verlassen und wurde am Sonntag zum Gießen der Pflanzen ins offene Gärtnereigelände gelassen.

Offenbar schon am Vortag hatte er sich telefonisch mit der Freundin eines Mitpatienten verabredet. Diese fuhr ihn am Sonntagmorgen wunschgemäß zum festen Haus des LKH nach Göttingen. Dort verschwand er. Gegen 11 Uhr traf er nahe der Reinhäuser Landstraße die 71-Jährige, die in der Feldmark Mirabellen gepflückt hatte. Er sprach die Frau darauf an, die ihm zeigte, wo die Früchte zu finden sind.

Unvermittelt, so die Polizei, habe er die Rentnerin dann angegriffen und ihr einen Stich in den Oberkörper versetzt. Nur dank „äußerst couragierten“ Verhaltens, so die Polizei, habe die Frau vermutlich ihr Leben gerettet. Sie habe den Täter angeschrien, so dass er sofort von ihr abließ. Die Verletzte konnte per Notoperation gerettet werden.

Dank eines Großaufgebots sämtlicher verfügbarer Streifenwagen sowie eines Hubschraubers der Polizei wurde der Täter 30 Minuten nach der Tat in der Göttinger Straße in Rosdorf gefasst. Er befindet sich wieder in Moringen im gesicherten Bereich. Er habe angegeben, so der ärztliche Direktor des LKH, Dirk Hesse, eigentlich in Suizidabsicht geflohen zu sein.

Die Polizei sucht noch Zeugen des Vorfalls am Sonntag, 22. August, unter Telefon 05 51 / 4 91 10 12.

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