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Landesforsten führen Schießnachweis ein

Weil Jäger immer älter werden Landesforsten führen Schießnachweis ein

Göttingen/Duderstadt. Wer in den Landesforsten jagen will, muss ab sofort einen Schießnachweis erbringen. Den Beleg für ein Übungsschießen haben die Niedersächsischen Landesforsten zum Beginn der Gesellschaftsjagden im Oktober eingeführt. Wie gehen die Jägerschaften in der Region damit um?

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Quelle: dpa

Göttingen/Duderstadt. Mit dem Schießnachweis reagieren die Landesforsten auf das zunehmende Durchschnittsalter der Jäger. Mindestens einmal im Jahr sollen Jäger ein Trainingsschießen auf einem Schießstand oder in einem Schießkino absolvieren. Ein Schießnachweis sei prinzipiell in Ordnung, aber nicht so, wie er von den Landesforsten verlangt wird, sagt Dieter Hildebrandt, Vorsitzender der Jägerschaft Göttingen. „Der Sicherheitsaspekt beim Schießen ist wichtig, aber es sollte kein Nachweis sein, der von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist“, erklärt Hildebrandt. Vor allem die Schießfertigkeit und die Handhabung der Waffe sollten dabei im Vordergrund stehen. Den sicheren Umgang mit der Waffe sollten Jäger freiwillig, ohne gesetzliche Regelung, überprüfen. „Das machen unsere Jäger auch“, so Hildebrandt.

Für ihn bedeute der Schießnachweis einen erhöhten Verwaltungsaufwand für die einzelnen Jägerschaften. „Wir haben einen eigenen Schießstand, und es ist gut, dass wir diesen auslasten können“, sagt er. Doch das treffe nicht auf jede Jägerschaft zu. So ist der Nachweis auch mit Kosten für Jägerschaften ohne eigenen Schießstand verbunden. „Wenn im Gesetz steht, es gebe keine Kosten für den Bürger, dann ist das Quatsch. Es wird durch den Schießnachweis Druck zum Nachteil des Einzelnen ausgeübt“, sagt Hildebrandt.

Als „sinnvoll“ bezeichnet Hans-Georg Kracht von der Jägerschaft Duderstadt den Schießnachweis. Gerade bei Gesellschaftsjagden sei es wichtig, dass sicher geschossen wird, um das Tier nach dem Tierschutzgesetz schnell und ohne Qualen zu erlegen. „Wir haben schon seit ewigen Zeiten ab Mai immer wöchentlich Übungsschießen. Wir üben nicht leistungsorientiert, sondern praxisorientiert“, so der Vorsitzende. Dabei verwendeten sie Waffen, die sie auch bei der Jagd benutzten. Das sei auch beim Schießnachweis der Fall, daher sei er grundsätzlich positiv zu bewerten.

Kracht glaubt, dass der Verwaltungsaufwand relativ gering sein wird, ist sich aber sicher, dass auf den einzelnen Jäger ein gewisser Aufwand zukommen wird. „Es dient aber auch der eigenen Sicherheit“, sagt Kracht und fügt an: „Ich kenne zwar einige, die freiwillig regelmäßig Übungsschießen absolvieren, aber vielleicht braucht man gewisse Vorschriften.“ Dennoch ist er der Meinung, dass ein Übungsnachweis auch alle zwei bis drei Jahre ausreicht.

Von Alisa Altrock

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