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Landgericht Göttingen: Sieben Jahre Gefängnis für Kinderschänder

Angeklagt wegen 29 Delikte Landgericht Göttingen: Sieben Jahre Gefängnis für Kinderschänder

Er muss sieben Jahre ins Gefängnis. Außerdem in ein psychiatrisches Krankenhaus. Wenn er Glück hat, ist seine Therapie in fünf bis acht Jahren so weit fortgeschritten, dass eine Strafvollstreckungskammer ihn auf freien Fuß setzt. Seine Familie aber hat er für immer zerstört.

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Vor der Urteilsverkündung: Noch in Handfesseln erwartet der 36 Jahre alte Kinderschänder die Jugendschutzkammer.

Quelle: dpa

Göttingen/Kreiensen. Seine drei Kinder sind gezeichnet fürs Leben, aus der Familie genommen und in unterschiedlichen Heimen untergebracht. Seine in Scheidung lebende Frau und die Schwiegermutter leiden unter Anfeindungen.

Der 36 Jahre alte Familienvater hat vier Kinder missbraucht, darunter drei eigene, das jüngste, als es drei Monate alt war.

Am Dienstag hat die Jugendschutzkammer des Landgerichtes Göttingen den Kinderschänder zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Ein mildes Urteil, weil der Mann aus einem kleinen Dorf bei Kreiensen nach Aussagen eines psychiatrischen Sachverständigen bei fast allen Taten unter eingeschränkter Steuerungsfähigkeit litt.

Er habe eine schwere Störung der Sexualprioritäten und alle persönlichen Beziehungen zu seinen Sexualobjekten verloren.

„Das Gericht hat in einen Abgrund sehen müssen“

Angeklagt war er wegen 29 Delikten. Das Gericht beschränkte sich nach einem Geständnis auf die 17 schwerwiegendsten Taten, darunter den Missbrauch seines Sohnes, als der drei Monate alt war, beider Töchter, als diese noch Babys beziehungsweise Kleinkinder waren, sowie eines Sohnes von Bekannten. Auch dieses Kind noch in Windeln.

Von vielen der Missbrauchshandlungen hat der Pädophile Fotos und Videos gemacht, die er wieder eintauschte gegen andere Fotos vom Missbrauch von Säuglingen. Das hat ihn überführt, denn bei einem anderen Pädophilen in Süddeutschland waren seine Bilder auf dem Rechner gefunden worden.

„Das Gericht hat in einen Abgrund sehen müssen“, sagte der Vorsitzende Michael Kalde. Die Fotos und Filme sichten zu müssen, habe alle Beteiligten schwer belastet. Besonders schwer wiege, dass der Missbrauch weiter ging, als ihm wegen des einschlägigen Verdachts nur noch begleiteter Kontakt zu seinen Kindern genehmigt wurde. Seine Frau hatte ihm dennoch Zugang zu den Kindern ermöglicht.

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