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Landgericht Göttingen verurteilt Serieneinbrecher zu fünf Jahren Haft

Gefängniszelle statt schicker Wohnung Landgericht Göttingen verurteilt Serieneinbrecher zu fünf Jahren Haft

Das Landgericht Göttingen hat am Montag einen bereits vielfach vorbestraften Serieneinbrecher zu einer weiteren Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die Kammer befand den 45-jährigen Angeklagten des Diebstahls in 18 Fällen für schuldig, acht Fälle davon in Tateinheit mit Sachbeschädigung.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Einbeck. Der gelernte Baumaschinenschlosser, der zuletzt im Raum Dassel (Kreis Northeim) gelebt hatte, war gezielt in Filialen einer Fachmarkt-Kette für Heimtextilien und Einrichtungsgegenstände eingedrungen, wo er dann jeweils die Tresore in den Büroräumen aufflexte. Insgesamt hatte er bei seinen Einbruchstouren, die ihn unter anderem nach Einbeck, Alfeld, Hameln, Hildesheim, Osterode, Salzgitter, Stade und Walsrode führten, rund 80.000 Euro erbeutet.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die auf eine Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten plädiert hatte. Die Verteidigung stellte keinen konkreten Antrag. Zuvor hatten sich die Verfahrensbeteiligten für den Fall eines Geständnisses auf einen Strafrahmen zwischen vier Jahren und neun Monaten und fünfeinhalb Jahren verständigt. Der Angeklagte, der seit 1990 bereits mehr als 20 Vorstrafen „gesammelt“ hat, hatte daraufhin 18 der insgesamt 19 angeklagten Taten eingeräumt.

Der Angeklagte sei sehr professionell vorgegangen, sagte der Vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens. Bedenklich sei dabei vor allem, dass er nur wenige Monate nach seiner jüngsten Haftentlassung wieder straffällig geworden sei. Gleichwohl falle der 45-Jährige „völlig aus dem Rahmen“, da er im Gegensatz zu vielen anderen Angeklagten das Ziel habe, ein bürgerliches Leben zu führen. Da sich sein Traum aufgrund beschränkter finanzieller Mittel nicht so schnell realisieren ließ, sei er in seiner „notorischen Ungeduld“ mit einer Flex losgezogen und habe dann „mal so eben“ bei einem Einbruchsdiebstahl 10.000 Euro erbeutet. Der Angeklagte hatte einen Großteil des Geldes dafür verwendet, sich eine aufwändig ausgestattete Wohnung einzurichten.

Der Richter gab dem Angeklagten, der nun die nächsten Jahre stattdessen in einer Gefängniszelle verbringen muss, zwei Ratschläge mit auf den Weg: „Machen Sie nicht den Fehler, dass Sie die Schuld bei anderen suchen“ und „Sehen Sie zu, dass Sie Ihr Leben irgendwann in den Griff kriegen.“

Von Heidi Niemann

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