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Landgericht Göttingen zeigt Justizgeschichte

Ausstellung Landgericht Göttingen zeigt Justizgeschichte

„Justizgeschichte in Niedersachsen“, so lautet der Titel einer Wanderausstellung, die auf den Fluren des Göttinger Landgerichts zu sehen ist. Ergänzt wird die Ausstellung durch Göttinger Gerichts-Historie seit dem 17. Jahrhundert, beispielhaft aufgezeigt an den Bauten der Justiz.

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Landgerichtspräsident Georg Haase, Richter am Landgericht Burkhard Klemke, Kunsthistorikerin Gudrun Keindorf.

Quelle: CH

Göttingen. Zur Eröffnung zogen die Kulturwissenschaftlerin Gudrun Keindorf und der Richter am Landgericht Burkard Klemke, der auch die Ausstellung ergänzt hat, ihre Zuhörer in Vorträgen zu dieser Göttinger Gerichtsgeschichte in den Bann. Keindorf stellte dar, wie im Mittelalter Altstadt und Neustadt ihre eigenen Rechtsordnungen hatte, wie nebeneinander Marktrecht, Selbstverwaltung der Stadt und Befestigungsrecht galten, wie Kirchengemeinden und Klöster eigene Rechtsordnungen pflegten und wie schließlich der Göttinger Student an den Toren der Universität quasi sein angeborenes Recht abgab und sich der – oft aus heutiger Sicht kruden – Universitätsordnung unterwarf. Auch auf den wohl fundamentalsten Rechtsbruch der Stadtgeschichte, den Fall der Göttinger Sieben, ging Keindorf ein. Klemke setzte im 17. Jahrhundert mit der Justizkanzlei Göttingen ein, die 1852 zum Obergericht und 1879 zum Landgericht wurde.

 
In der Ausstellung zeigen sich die Phasen gut an den jeweiligen Göttinger Justizbauten. An einem Richter-Arbeitsplatz kann der Besucher Einblick in alte Justizakten oder Dokumentationen zur Justiz nehmen. In einen Abgrund an Unrecht blickt, wer den Fall eines  „halbjüdischen“ Göttinger Notars verfolgt, der 1936 aus seinem Amt gemobbt wurde und als Straßenarbeiter das Dritte Reich überlebte. Die Ausstellung ist bis Januar zu den Öffnungszeiten der Gerichte (Eingang Maschmühlenweg) zu sehen.  ck

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