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Landkreis will Jugendwerkstatt Hann. Münden nicht weiter finanzieren

Noch elf Tage bis zum Ende Landkreis will Jugendwerkstatt Hann. Münden nicht weiter finanzieren

Die vom Internationalen Bund (IB) geleitete Jugendwerkstatt in Hann. Münden wird Ende Juni ihre Pforten schließen. Neun Teil- und Vollzeitmitarbeiter sind davon betroffen – sowie die Jugendlichen, die derzeit betreut werden. 20 Plätze hat die Einrichtung. Die arbeitslosen Jugendlichen, die in der Jugendwerkstatt im Schnitt ein Jahr betreut werden, sind zwischen 17 und 26 Jahre alt.

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Stehen bald vor verschlossenen Türen: arbeitslose Jugendliche.

Quelle: CH

Hann. Münden. Berufliche Qualifizierung, Problembewältigung oder den Hauptschulabschluss nachzuholen – alles Angebote der Jugendwerkstatt für Jugendliche aus einem schwierigen sozialen Umfeld. „Eine Teilnehmerin war fast zwei Jahre bei uns und hat es dann geschafft, mit 24 noch einen Ausbildungsplatz zu bekommen“, erzählt Christiane Meyer, Leiterin der Jugendwerkstatt. Zwei weitere werden noch mit persönlicher Begleitung des Jugendwerkstatt-Lehrers ihre schriftlichen Hauptschulprüfungen ablegen können. Die mündlichen Prüfungen sind jedoch Mitte Juli, die weitere Begleitung der beiden Prüflinge ist dann nicht mehr möglich.

 
Finanziert wird die Jugendwerkstatt anteilig von der Nbank und dem Jobcenter des Landkreises Göttingen. Doch das Jobcenter hat nun beschlossen, die Maßnahme Jugendwerkstatt nicht weiter zu unterstützen. „Die Bedarfe sind nicht verschwunden, sie haben sich verändert“, sagt Ulrich Lottmann, Pressesprecher des Landkreises. „Die Jugendlichen müssen intensiver durch sozialpädagogische Fachkräfte unterstützt werden, als dies im Rahmen des Konzepts Jugendwerkstatt umsetzbar scheint.“ Stattdessen will der Landkreis ein neues Konzept entwickeln, um die Jugendlichen vor Ort besser zu betreuen. Was, wie, wann – das ist allerdings noch völlig unklar.

 
Unklar ist auch, warum man sich nicht mit dem IB auf Korrekturen in der Jugendlichenbetreuung verständigt hat, wenn man denn mit der bestehenden Leistung unzufrieden war. Der Landkreis betont, dass Gespräche stattgefunden haben, aber einen Willen zur Problemlösung sehen weder Ronald Schminke, Mündener SPD-Landtagsabgeordneter, noch Martin Bretzler, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Mündener Stadtrat. Auf Tageblatt-Anfrage räumten beide ein, nur durch Zufall überhaupt von der absehbaren Schließung erfahren zu haben. „Wenn die Fallmanager mit der Jugendwerkstatt unzufrieden gewesen sind, hätte der Landkreis einfach mal den politisch Verantwortlichen vor Ort sagen können: Kümmert euch, sonst wird der Laden dichtgemacht“, sagt Schminke.

 
Auch die Jugendwerkstatt wurde sehr kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt. „Man hat nicht mit uns nach Lösungen gesucht“, so Meyer, „sondern uns Mitte April nur mitgeteilt, dass man die Jugendwerkstatt nicht mehr weiterführen will.“

 

Von Sven Grünewald

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