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Nitratbelastung "überhaupt kein Thema"

Landkreise Göttingen und Northeim Nitratbelastung "überhaupt kein Thema"

Das Trinkwasser droht wegen hoher Nitratbelastung teurer zu werden. Diese Erkenntnis hat das Umweltbundesamt (UBA) aus einer Studie gewonnen, nach der in 27 Prozent der deutschen Grundwasservorkommen der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten wird. In der Region ist das nicht der Fall.

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Übermäßiges Düngen gilt als eine der Ursachen für zu hohe Nitratbelastungen

Quelle: dpa

Göttingen/Northeim. In Südniedersachsen reichen die im Jahr 2016 gemessenen Nitratwerte von einem Milligramm in Bursfelde bis zu 48,7 Milligramm in Gelliehausen. Überschritten wurde der in der Grundwasserverordnung festgelegte Grenzwert an keinem der regionalen Messpunkte. Göttingen selbst liegt mit 6,8 Milligramm am unteren Ende der Skala. "Für uns ist die Nitratbelastung kein Thema", sagte Claudia Weitemeyer, Sprecherin der Stadtwerke Göttingen, am Montag als Reaktion auf die Warnung des UBA. Da 80 Prozent des Göttinger Trinkwassers aus der Harzer Sösetalsperre komme, sei die Belastung entsprechend gering. Und daher sei auch nicht mit einer nitratbedingten Preissteigerung zu rechnen.

Das Bundesamt sieht die Landwirtschaft klar als Verantwortlichen für die erhöhte Nitratbelastung in vielen Regionen Deutschlands. Immer mehr Großbetriebe, die immer mehr Gülle produzieren und diese auf den Feldern entsorgen. Bei intensiver Düngung gelange das Nitrat ins Grundwasser und müsse von den Wasserversorger anschließend mit teuren Aufbereitungsmaßnahmen herausgefiltert werden. Die Kosten dafür würden entsprechend an den Kunden weitergegeben - bis zu 134 Euro pro Jahr für eine vierköpfige Familie, rechnete das UBA jetzt vor.

Anfang des Jahres hatte die EU-Kommission Klage gegen die Bundesrepublik eingereicht, im April hatte der Bund mit einer neuen Düngemittelverordnung reagiert. Diese soll im Herbst 2017 in Kraft treten. Etliche darin enthaltenen Vorgaben werden von der hiesigen Landwirtschaft bereits eingehalten. In Südniedersachsen gibt es zum einen kaum große Viehbetriebe. Zum anderen setzt man seit zwei Jahrzehnten auf eine Zusammenarbeit von Wasserwirtschaft und Landwirtschaft.

In der "Kooperation Trinkwasserschutz Obere Leine" beispielsweise haben sich sechs Wasserversorgungsunternehmen und knapp 300 landwirtschaftliche Betriebe zum Schutz des Trinkwassers zusammengetan. Sie kontrollieren 16 Wassergewinnungsgebiete im Landkreis Göttingen mit einer Fläche von 18661 Hektar. Das Ziel: umweltgerechte Düngeplanung. Das Ergebnis: Die Nitratbelastung ist seit Jahren rückläufig. Derzeit lässt der Landkreis Göttingen aktuelle Proben zur Nitratbelastung der Grundwasservorkommen auswerten. Wie Sprecher Ulrich Lottmann am Montag erklärte, würden nach bisherigem Wissensstand auch 2017 die Grenzwerte eingehalten.

Die Mitglieder der "Kooperation Trinkwasserschutz Obere Leine" treffen sich am Donnerstag, 15. Juni, um 19 Uhr im Landhotel Groß Schneer Hof (Teichstraße 1-3) zu einer Vollversammlung. Zentrales Thema: Ausrichtung für den Wasserschutz.

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