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Landtag: Vom Oesterlen-Bau in die Göttinger Stadthalle

Tageblatt-Wochenendkolumne Landtag: Vom Oesterlen-Bau in die Göttinger Stadthalle

Was ist nur mit dem Göttinger an sich los? Kurz vor Beginn der Fastenzeit gönnt sich die Bürgerschaft der allerschönsten deutschen Großstadt zwischen Kassel und Einbeck eine Schwächephase in Sachen öffentlicher Streit worum auch immer.

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Christoph Oppermann, Stellvertretender Chefredakteur des Tageblatts.

Quelle: ef

Es gibt nicht mehr viel, worüber sich das Lästern lohnte, und schließlich will ich meinen verehrten Vorgänger -lle und dessen Sonnabendrunde nicht enttäuschen. Ruhe an fast allen Ecken. Kragenbär: Der scheint mit sich selbst beschäftigt zu sein und ist öffentlich gerade kein Thema. Groner Tor: Wie weggeblasen. Zietenterrassen: Seit der Einlassung eines sagenwirmal ungeschickt formulierenden Akademikers ist aus der Debatte seit ein paar Tagen die Luft raus. Nicht mal das Kunstquartier ist noch Gegenstand inbrünstiger Auseinandersetzungen. Naja, fast nicht mehr. Keine Lust mehr? Keine Luft mehr?

"Zwietracht säen" riet mein Vater in seiner Redaktion früher gelegentlich im Scherz, wenn die Berichterstattung zu langweilig zu werden drohte. Gehört sich selbstverständlich nicht für eine seriöse Nachrichtenberichterstattung, aber den Platz in der Wochenendkolumne könnte ich ja für ein paar Vorschläge nutzen. Fangen wir mal ganz vorsichtig an. Südniedersachsenprogramm 2.0. Sagt Ihnen nichts? Göttingen bietet Hannover Übernahmeverhandlungen an. Nicht zu den ganzen Ministerialendepots.

Erstes Ziel: der Landtag. Hannover bleibt Regierungssitz, Göttingen bekommt das Parlament. Der Oesterlen-Bau in Hannover ist ohnehin abgängig, und dann können die Mandatsträger auch einfach rund 100 Kilometer an der Leine in Richtung Süden ziehen (Hannover - Göttingen: 32 Minuten im ICE, weiß der Fachmann aus dem Pendler-Blog). Das Plenum tagt fortan in der Stadthalle am Albaniplatz, einem Ambiente, das keinen allzu großen Kulturbruch für die Volksvertreter darstellen dürfte. Der Landwirtschaftsausschuss trifft sich künftig in der Zoologie, die Abgeordneten für die Ressorts Heiteres und Weiteres (Kultur und Wissenschaft) im KuQua. Blödsinn? Keinesfalls.

Göttingen erführe angemessene Wertschätzung, die Abgeordneten Nachhilfe in lebhafter Debatte, und ich freue mich jetzt schon darauf, wie die Göttinger Stadtgesellschaft über Projekte wie eine Expo diskutiert. Die bisherigen Lokaldebatten gaben jedenfalls Anlass zur Hoffnung. Herrliche Zeiten brechen an.

Wer weitere Vorschläge hat, schicke diese bitte an Göttingen2020@goettinger-tageblatt.de oder direkt an den Autor unter c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Von Christoph Oppermann

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