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Lassalle-Kreis kritisiert Göttinger Jusos

"Undemokratisch und parteischädigend" Lassalle-Kreis kritisiert Göttinger Jusos

Die Bestrebungen des SPD-Stadverbandes und der Jusos, eine Parteimitgliedschaft als unvereinbar mit einer Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung zu erklären, stößt beim Lassalle-Kreis auf scharfe Kritik. Der Kreis setzt sich aus SPD-Mitgliedern, die einer Verbindung angehören, zusammen.

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Manfred Blänkner

Quelle: EF

Göttingen. Als „undemokratisch und geradezu parteischädigend“ bezeichnet der Göttinger Manfred Blänkner, stellvertretender Bundesvorsitzender des Lassalle-Kreises, den erneuten Vorstoß der Jusos. „Wir lassen uns diesen Unsinn nicht länger gefallen.“ Die Jusos hätten „keine Ahnung von Korporationen“, würden aber dennoch über diese urteilen, erklärte Blänkner. „Wir haben keinen Kontakt zu rechtsradikalen Bünden und müssen uns deshalb von niemandem distanzieren. Wir sind Sozis und haben nichts mit politischem Extremismus zu tun, egal ob von links oder von rechts.“

 

Im Dezember vergangenen Jahres sei vom Unterbezirksvorsitzenden Thomas Oppermann ein Gespräch zwischen Mitgliedern der Jusos und des Lassalle-Kreises in der Sache anberaumt worden. Die Jusos aber hätten sich dem verweigert, weil sie selbst einen Termin hätten bestimmen wollen, erklärte Blänkner. „Die Ablehnung des eigenen Unterbezirksvorsitzenden als Moderator haben wir nicht für möglich gehalten, das war nach unserem Verständnis von innerparteilicher Zusammenarbeit ein absoluter Hammer.“

 

Im Februar sei das Gespräch, moderiert von Oppermann, dann doch noch zustande gekommen. Darin habe man sich darauf geeinigt, dass der Lassalle-Kreis die Jusos als Jugendverband akzeptiert und diese im Gegenzug zustimmen, dass die Mitglieder des Lassalle-Kreises ebenso SPD-Mitglieder sind wie die der Jusos. Außerdem sollten Meinungsverschiedenheiten in Zukunft nicht mehr über die Presse ausgetragen, sondern zuerst der parteiinterne Dialog gesucht werden. „Der neuerliche Vorstoß der Jusos verstößt eklatant gegen diese Vereinbarung“, betonte Blänkner.

 

Die Jusos hatten nach ihren Angaben die jüngsten Vorfälle „korporierter Gewalt“ für eben diesen Vorstoß zum Anlass genommen. Sie bezogen sich dabei auf Schüsse vom Grundstück einer Burschenschaft auf ein linkes Wohnheim und den Angriff auf einen Mitarbeiter der Göttinger Wohnrauminitiative, der von Verbindungsstudenten verübt worden sein soll. „Diese Ereignisse als Vorwand zu nehmen, Mitgliedern von Korporationen generell die Mitgliedschaft in der SPD zu verweigern, ist unsachlich, schlichtweg ein Unding“, sagte Blänkner. Zugegeben, die Schüsse auf das Wohnheim seien „völlig bescheuert“ gewesen. Die Täter seien aber schon Wochen vorher aus der Burschenschaft Germania ausgeschlossen worden. Der andere Fall hingegen müsse noch aufgeklärt werden. „Da ist noch nichts bewiesen.“

 

Insgesamt sei das Klima in Göttingen derzeit „verhärtet zwischen Korporationen und linken Gruppen“, erklärte Blänkner. „Das hat in Göttingen eine jahrelange Tradition, und ich bezweifle, dass sich das so bald wieder beruhigt. In diesem Zusammenhang würden wir uns künftig über eine ausgewogenere Berichterstattung in der Presse freuen.“ Dass ausgerechnet die Jusos, „also eine Arbeitsgemeinschaft in der SPD, mit Verfassungsfeinden wie der Antifa gemeinsame Aktionen machen“, sei scharf zu verurteilen. Dafür habe der Lassalle-Kreis kein Verständnis.

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