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Lebensgefährte des Opfers will nicht aussagen

Prozess um Mord im Bowlingcenter Lebensgefährte des Opfers will nicht aussagen

Im Prozess um den Mord im Göttinger Bowlingcenter muss das Landgericht Göttingen vorerst auf einen wichtigen Zeugen verzichten. Der 60-jährige Lebensgefährte der getöteten Bowlingcenter-Betreiberin erklärte am Freitag, 13. März, dass er keine Angaben machen wolle. 

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Mord im Bowlingcenter

Zuvor hatte der Vorsitzende Richter Dirk Amthauer entschieden, dass dem Mechaniker ein umfassendes Aussageverweigerungsrecht zustehe, weil die Polizei ihn während ihrer Ermittlungen als Beschuldigten geführt hatte.  Der 60-Jährige ist inzwischen nach Aachen zu einem Bekannten gezogen, weigert sich allerdings, dem Gericht seine Adresse mitzuteilen. Der Richter wies ihn darauf hin, dass er zumindest seinem Anwalt seine Anschrift geben müsse.

Die Polizei hatte zunächst den 60-Jährigen wegen seines ungewöhnlichen Aussageverhaltens als Täter in Verdacht. Erst nach der DNA-Auswertung geriet dann ein 38-jähriger früherer Mitarbeiter des Bowlingcenters ins Visier der Ermittler, weil sich Spuren am Hals und an der Bekleidung der ermordeten 54-Jährigen ihm zuordnen ließen. Daraufhin wurde der 38-Jährige rund zweieinhalb Wochen nach der Tat im September vergangenen Jahres verhaftet und später wegen Mordes angeklagt. Bislang hat er die Tat bestritten.

„Nicht auszuhalten“

Vor seiner Verhaftung hatte ihn die Polizei zweimal als Zeugen vernommen. Bis dahin war er den Ermittlern durch eine Serie von Zigarettenautomatenaufbrüchen bekannt. Im Bowlingcenter fand er eine Anstellung als Mechaniker. Die Stelle habe ihm der Lebensgefährte der Betreiberin angeboten gehabt, berichtete der 38-Jährige in seiner polizeilichen Zeugenvernehmung. Dieser sei für ihn der „Chef“ gewesen. Die Arbeit habe ihm auch gefallen, doch mit dem 60-Jährigen sei es nicht auszuhalten gewesen. Dieser habe ihn oft angeschrieen und ihm Arbeitsaufträge erteilt, von denen er später plötzlich nichts mehr habe wissen wollen. Mit der Betreiberin habe er dagegen kaum Kontakt und auch nie Streit gehabt. Nachdem der 60-Jährige ihn Ende Mai wieder einmal angebrüllt habe, sei er gegangen. Danach sei er nur noch einmal in dem Bowling-Center gewesen, um einen befreundeten Kollegen zu besuchen.

Außerdem gab der 38-Jährige gegenüber der Polizei an, dass er in der Tatnacht bei seiner Familie zu Hause gewesen sei. Als ihn die Beamten um die Abgabe einer Speichelprobe baten, war er sofort einverstanden. Der Prozess wird am 24. März fortgesetzt.

                                                                                                              Heidi Niemann

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