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Lebenslange Haft wegen heimtückischen Mordes

Chinesische Studentin verurteilt Lebenslange Haft wegen heimtückischen Mordes

 Es war ein Mord, geplant von langer Hand, heimtückisch und aus niederen Beweggründen. Das hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts im Prozess gegen eine 28 Jahre alte Studentin geurteilt und die Chinesin lebenslänglich in Haft geschickt. Weil ein lückenloses Alibi die Täterschaft des einzig anderen potenziellen Täters ausschließt, sind die Richter sich sicher.

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Der Verteidiger hatte seinen Antrag auf Freispruch auch damit begründet, dass einzig der frühere Freund der Angeklagten, neuer Geliebter des Opfers, alternativ als Täter infrage komme.

Quelle: dpa

Göttingen . Nach den Plädoyers am Donnerstag, in denen die Staatsanwaltschaft Lebenslänglich forderte und der Verteidiger auf Freispruch plädierte, stieg das Gericht Freitagmorgen erneut in die Beweisaufnahme ein. Es ging darum, die Zeitleiste, die sich zu einem großen Teil aus Online-Zeiten ergibt,  noch einmal zu überprüfen. Eine Polizeibeamtin erklärte, wie die Zeiten festgestellt wurden und dass ihr auch Daten der Uni-internen Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung (GWDG) zugrunde liegen, bei der jeder Student einen Internetzugang hat.

Der Verteidiger hatte seinen Antrag auf Freispruch auch damit begründet, dass einzig der frühere Freund der Angeklagten, neuer Geliebter des Opfers, alternativ als Täter infrage komme. Doch der habe nach Erkenntnissen des Gerichts ein lückenloses Alibi: Er war ab 10.29 Uhr beim Zahnarzt, was die Eintragung in der dortigen Patientendatei ergebe, sei eine Stunde behandelt worden und sei danach ab 11.36 Uhr bis 12.01 Uhr an seinem Computer aktiv gewesen. Das Gericht geht dabei von einer Tatzeit am 28. Oktober 2015 zwischen 9.56 und 10.20 Uhr aus.

Insgesamt folgte das Gericht der belastenden Aussage des Chinesen, der zuvor sieben Jahre mit der Angeklagten zusammengelebt und ihr im September 2015 das Ende der Beziehung erklärt hatte. Weil zwei Gespräche mit der neuen Freundin des Ex-Freundes nicht gefruchtet hatten, habe die Angeklagte den Beschluss gefasst, diese zu töten. Deshalb sei sie mit einem Messer in der Tasche zu ihr gefahren, um sie zu umzubringen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sie den Plan aufgegeben hätte, sagte der vorsitzende Richter Ralf Günther, wenn das Opfer im Gespräch ein Ende der Beziehung zum gemeinsamen Geliebten versprochen hätte.

Die schrecklichen Einzelheiten der Tat schockten während der Urteilsbegründung noch einmal die zahlreichen Zuhörer. Es sei gewesen, "wie man sich das in einem Horrorfilm vorstellt", sagte Günther. Das 24 Jahre alte Opfer war von der Angeklagten mit elf Messerstichen getötet worden, einer in die Halsschlagader. Als sie schon tot war, wurde ihr noch einmal ins Herz gestochen. Das Gericht geht davon aus, dass Tatwaffe, Kommunikationsgeräte des Opfers und die Regenjacke, mit der die Täterin ihre blutbefleckte Kleidung verdeckt habe, von dieser beseitigt worden seien. Zwei Handys waren später in einem Glascontainer gefunden worden.

Die Beurteilung der Eifersuchts-Tat als Mord teilte das Gericht mit dem Staatsanwalt. Die Verteidigung jedoch will in Revision gehen.

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