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Lebensraum für seltene Arten bedroht: Bäume bei Waake werden gefällt

Wald schrumpft für Naturschutz Lebensraum für seltene Arten bedroht: Bäume bei Waake werden gefällt

Der Fachbegriff klingt sperrig und kompliziert, das Ziel ist simpel: Am Waldrand westlich von Waake werden zurzeit etliche Bäume gefällt, um seltene Tiere und Pflanzen zu schützen. „Waldrand-Rückverlegung“ nennen das Umweltschützer, Forscher der Uni Göttingen und andere Beteiligte an der Aktion.

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Kahlschlag zum Naturschutz: Bei Waake wird der Waldrand gefällt.

Quelle: Hinzmann

Waake. Dabei werden die Bäume direkt am Feld- und Waldrand bis auf zehn bis 20 Meter in den Wald hinein gefällt. „Mit diesem Projekt gelingt es uns, den Klimaschutz voranzubringen und gleichzeitig den Belangen des Naturschutzes gerecht zu werden“, sagt Reinhard Urner, Vorstandsmitglied der Biologischen Schutzgemeinschaft.

Früher war es üblich, dass die Landwirte ihre Äcker vor dem wuchernden Wald schützten und junge Bäume immer wieder abschlugen. Das änderte sich mit der Intensivierung der Landschaft. Und seit etwa 30 Jahren sei der Waldrand immer weiter in Richtung Acker und Wiese vorgerückt, erklärt Inga Mölder von der Energieagentur Region Göttingen.

Junge Bäume drangen zehn bis 20 Meter weit ins offene Land. Folge: „Der wertvolle Lebensraum für viele licht- und wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten im Halbtrockenrasen wird zunehmend zerstört, Arten wie Orchideen und Schmetterlinge verschwinden.“

Dabei ist die betroffene Fläche Teil des europaweiten Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebietssystems Natura 2000 und steht damit unter einem besonderen Schutz.

Um diese Entwicklung zu bremsen, haben sich jetzt Naturschützer, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Göttingen, Waldeigentümer und die betroffenen Bauern zusammengeschlossen und lassen die wuchernden Waldrand-Bäume fällen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Uni Göttingen über eine Studie zur nachhaltigen Nutzung von Holz.

Denn die gefällten Bäume werden laut Mölder als Industrieholz und für Hackschnitzel als Brennstoff verkauft, um das Projekt zu finanzieren. Koordiniert wird das von der Energieagentur. Eine weitere Projektfläche gibt es in einem Wiesental auf dem Weg nach Mackenrode.

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