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Ledereimer in der Kirche, Laternen vorm Haus

Feuerwehr Bovenden wird 125 Jahre Ledereimer in der Kirche, Laternen vorm Haus

Im Jahre 1885 wurde die Freiwillige Feuerwehr Bovenden gegründet. Das 125-jährige Jubiläum wird am Wochenende, 7. und 8. August, gefeiert.
Schon vor der offiziellen Gründung der Feuerwehr hatten die Einwohner für den Brandfall Vorsorge getroffen.

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Feuerwehr 1948: Die Freiwillige Feuerwehr Bovenden posiert vor ihrem ersten motorisierten Löschfahrzeug.

Quelle: EF

In der Kirche waren Ledereimer eingelagert. 1604 waren es 64, jeder neue Einwohner musste einen zusätzlichen Eimer stellen. Drei Feuerhaken hielt das Dorf auf dem Hof der Familie Otter vor. Frühzeitig galt es einen Brand zu erkennen. Deshalb wurden bei Brandgefahr Laternen vor die Häuser gehängt.

1780 hatte das Nebeneinander von Lagerstätten ein Ende. 126 Eimer, fünf große Leitern, Feuerhaken und zwei Spritzen wurden in einer Scheune untergebracht. Nur eine Spritze wurde weiterhin im Amtshof untergestellt. Für den Bau eines Spritzenhauses stellte die Gemeinde im selben Jahr mehr als 95 Reichstaler zur Verfügung, mehr als zehn Prozent der Gemeindeausgaben.

Am 30. Juli 1885 wurde die Freiwillige Feuerwehr Bovenden gegründet. Starthilfe bekam sie auch vom Kriegsverein, der der Feuerwehr für den Aufbau einer Kompanie insgesamt 20 Männer abstellte. Neben der Freiwilligen Feuerwehr gab es zunächst noch die Pflichtfeuerwehr. 1933 wurde die Führung der Pflichtfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr übertragen.

Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr verlief in den ersten Jahren rasant. Bereits ein Jahr nach der Gründung beschaffte die Gemeinde eine Handdruckspritze. Baustart für ein neues Gerätehaus war 1897. 1902 wurde ein Schlauchwagen in Dienst gestellt. Um die Motivation und Geschwindigkeit bei Brandeinsätzen zu steigern, wurde für Spritzen und Mannschaften, die als erste am Brandort eintrafen, eine Prämie gezahlt.

Problematisch war für die Feuerwehr die Zeit während der beiden Weltkriege. Viele Männer waren eingezogen worden. Der Feuerwehrdienst musste mit den noch vorhandenen Aktiven aufrecht gehalten werden. Diese wurden durch die 14- bis 17-Jährigen unterstützt. Nach dem Zweiten Weltkrieg trieb der damalige Wehrleiter Heinrich Paulsen den Wiederaufbau der Feuerwehr voran. Im Oktober 1945, knapp fünf Monate nach Kriegsende, wurde schon der erste Feuerwehrtag in Bovenden „Auf dem Thie“ durchgeführt.

Die Motorisierung der Feuerwehr nahm 1948 mit einem gebrauchten Transporter für 300 Mark ihren Anfang. Ein neues Gerätehaus wurde 1977 auf dem Platz hinter dem bestehenden Gerätehaus errichtet. Im selben Jahr wurde der Ortswehr ein neues LF 8 übergeben. Die in den 70er Jahren begonnenen Aktivitäten der Jugendfeuerwehr war einer der Auslöser für den Anbau des Feuerwehrhauses. In Zeiten knapper Kassen kümmert sich die Feuerwehr mehr denn je in Eigeninitiative um die Beschaffung der nötigen Ausrüstung. 12 500 Euro hat sie seit 2009 für eine Wärmebildkamera zusammengebracht. Zum Jubiläumsfest soll diese offiziell in Betrieb genommen werden.
Das Fest beginnt am Freitag, 6. August, um 19 Uhr mit einer Kinderdisco. Um 20 Uhr wird die Tanzfläche im Feuerwehrhaus für die Erwachsenen freigegeben. Angesagt ist eine „Crazy-Pirates“-Discoparty.Bei einem Tag der offenen Tür stellt sich die Ortswehr den Bürgern am Sonnabend, 12. August, ab 12 Uhr vor. Im Programm sind eine Fahrzeugausstellung, ein Wettkampf der Feuerwehren aus der Region sowie ein buntes Spielprogramm für Kinder.

Von Ute Lawrenz

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