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Leerstände in Göttingen - Schlapeit-Beck: „Nicht vertretbar“

Stadtverwaltung sucht Kontakt Leerstände in Göttingen - Schlapeit-Beck: „Nicht vertretbar“

Die Stadt Göttingen sucht händeringend Wohnungen für Geflüchtete. Mit dem bevorstehenden Wintersemester drängen neue Studenten auf den Göttinger Wohnungsmarkt. Günstige Wohnungen sind rar. Gleichzeitig stehen in Grone viele Wohnungen leer.

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Im Groner Süntelweg stehen ganze Gebäudetrakte leer.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. In den Mietsblöcken im Süntelweg etwa. Vom Erdgeschoss bis in den dritten Stock stehen hier ganze Gebäudetrakte leer. In wenigen arbeiten Handwerker. Groner Bürger berichten von 100 bis 150 leerstehenden Wohnungen in Grone Süd und Nord - von der Deister- und Sollingstraße über Süntelweg bis zur Backhausstraße.

 

Auch Grones Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) geht von derzeit rund 100 leerstehenden Wohnungen in ganz Grone aus. Die Leerstände seien zuletzt auch Thema beim Runden Tisch gewesen. "Wir sind am Ball. Wir laufen den Vermietern hinterher", sagte Sterr. Bislang ohne Erfolg. Ein Brief an die Verwaltung soll nun auf die Lage aufmerksam machen.

 

Einer der größten Immobilienbesitzer ist die Westgrund Niedersachsen Süd GmbH. Nach eigenen Angaben besitzt sie in Grone Nord und Süd 1139 Wohnungen, die sie im vergangenen Jahr von der Berliner Immobilien Beteiligungs- und Vertriebsgesellschaft (IBV) übernommen hat. "Ein gewisser Leerstand ist normal", sagt Westgrund-Sprecher Rolf-Dieter Grass. "Aber Leerstand ist natürlich nicht das, was wir wollen." Dass die Wohnungen leerstehen, begründet Grass mit dem Auszug von Mietern. Die dadurch frei werdenden Wohnungen würden saniert, um sie dann wieder an den Markt zu bringen.

 

Nach Recherchen der Stadt sei der Leerstand in Grone "deutlich niedriger als 100 bis 150 Wohnungen, nämlich eher 30-35", sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Er betreffe auch nur den Süntelweg. "Selbstverständlich" habe die Stadt auch diese Wohnungen auf der Suche nach adäquaten Flüchtlingsunterkünften fest im Blick. Kontakte mit dem örtlichen Verwalter waren wenig ergiebig. "Deshalb geht der Oberbürgermeister jetzt direkt auf den Eigentümer zu", sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Das ist die Westgrund Niedersachsen Süd GmbH. Auch Westgrund-Sprecher Grass kündigte gegenüber dem Tageblatt an, mit der Stadtverwaltung Kontakt aufzunehmen. 

 

Für Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck ist ein Leerstand in dieser Größenordnung "nicht vertretbar". Schon im August hatte sie angekündigt, sich über den niedersächsischen Städtetag beim Land dafür einzusetzen, „die bis in die 90er Jahre geltende Verordnung gegen Wohnraumzweckentfremdung wieder aus der Schublade zu holen“. Zweckentfremdung im Sinne dieser Verordnung sei auch der Leerstand von Wohnraum. Niedersachsens Innenministerium prüft derzeit, unter welchen Bedingungen es möglich wäre, leer stehende Immobilien zu beschlagnahmen, um dort Flüchtlinge unterzubringen.

 

Suche nach weiterem Standort für Flüchtlingsunterkunft
Foto: bib

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Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob sich das Gelände an der Ecke von Rodeweg und Elmweg in Grone Süd als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft eignet. Verwaltungssprecher Detlef Johannson bestätigte entsprechende Gespräche zwischen der Verwaltung und der Dawe GmbH als Eigentümerin des Geländes. "Über verschiedene Optionen sind wir mit der Geschäftsführung im Gespräch", sagte Johannson.

 

Das Gelände, das von der Dawe GmbH eigentlich für weitere Wohnhäuser für das Neubaugebiet Am Stadtpark vorgesehen ist, gehöre zu einem von zwölf Standorten, die die Verwaltung auf die Möglichkeit einer Bebauung nach dem Vorbild der Unterkunft auf den Zietenterrassen beziehungsweise auf die Möglichkeit des Umbaus oder der Umnutzung von Gebäuden prüfe. Das erfolge so gründlich wie nötig und so schnell wie möglich und betreffe stets "die ganze Palette relevanter Aspekte" - von den planungsrechtlichen Rahmenbedingungen bis zum Brandschutz, sagte Johannson. mib

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