Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Lehrer und Eltern fühlen sich „missachtet“

Neue IGS Lehrer und Eltern fühlen sich „missachtet“

Ihr großes Ziel ist fast erreicht, und doch sind Eltern und Lehrer der Bovender Haupt- und Realschule verärgert und besorgt. Sie fürchten, dass ihre Vorarbeit für die künftige Gesamtschule in der Umsetzung untergeht. Und sie fürchten, dass die bisherige Osterbergschule im Konkurrenzkampf um Räume, Projekte und Geld achtlos abgewickelt wird.    

Voriger Artikel
Wie Wickie zum Schüttenhoff
Nächster Artikel
Hunde hetzen Wildtiere

Formal bald zwei Schulen unter einem Dach: Bovender Haupt- und Realschule mit Anbau für erfolgreiche Ganztagsbetreuung.

Quelle: Vetter

Die Stimmung ist schlecht unter den Lehrern, Elternvertretern und Schülern der Haupt- und Realschule Bovenden. Eigentlich freuen sie sich, dass ihre Schule ab August Gesamtschule werden darf. Dafür haben sie zwei Jahre gekämpf. Doch die jetzigen Vorgaben und ersten Schritte zum realen Start empfinden sie als „Hammerschlag“ und Missachtung ihrer Arbeit und Wünsche. 

Sie verstehen nicht, warum die künftige Integrierte Gesamtschule (IGS) als eigenständige Schule geführt wird – sie wollten einen fließenden Übergang unter der Leitung ihrer jetzigen Chefin. Sie verstehen nicht, warum in der Planungsgruppe bis auf drei Kollegen überwiegend außenstehende Lehrer und keine Eltern eingesetzt werden. Sie fürchten, dass ihnen das Konzept der IGS-Geismar „übergestülpt“ wird, obwohl Schülerstruktur und Räume in Bovenden ganz anders sind. Und schließlich sorgen sie sich um die erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Arbeit der Haupt- und Realschule. Wenn alle Energien und Finanzen nur noch in die neue IGS fließen, würden die letzten Jahrgänge achtlos abgewickelt – ohne Förder-, Integration und Berufsfindungsprojekte.       

Ihre Sorgen haben sie auch allen Göttinger Landtagsabgeordneten beschrieben. Und die versprachen, den Wechsel „moderierend“ zu begleiten. Die bestehende Schule „wird nicht abgeschrieben“, versicherten Gabi Andretta und Ronald Schminke (SPD). Formalrechtlich müsse zwar eine neue Schule gegründet werden, erklärte Lothar Koch (CDU) – „aber in der Praxis wird es doch keine zwei Lehrerzimmer unter einem Schuldach geben“. Für die Linken forderte Kreispolitiker Eckhard Fascher allerdings, die Haupt- und Realschule mit Schulleitung und Personal voll in eine IGS zu überführen. Stefan Wenzel (Grüne) lobte allerdings auch die Arbeit der IGS Geismar und warnte vor einem Streit, „der jetzt alles wieder kaputt machen könnte“.

 „Ohne Eltern geht es nicht“

Die Leiterin der bereits aktiven Planungsgruppe, Stefanie Vogelsaenger von der IGS Geismar, „bedauert“ den „schweren Start“. Zugleich versichert sie,  dass in der Gruppe „Elternarbeit sehr erwünscht ist – ohne die geht es gar nicht“. Auch das bereits erarbeitete Konzept „spielt selbstverständlich eine große Rolle“. Generell könne die neue IGS nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn „alle auf Augenhöhe miteinander arbeiten und die beiden Schulen eng kooperieren“. Mit drei Lehrern aus der Osterbergschule und erfahrenen IGS-Pädagogen aus anderen Schulen sei die Planungsgruppe gut bestückt. Wie die Mitglieder heißen und von welchen Schulen sie kommen, wollte das Team nach interner Absprache nicht verraten. 

Unterdessen hat der Schulausschuss des Kreistages die „schrittweise Aufhebung“ der Haupt- und Realschule Bovenden beschlossen. Auch dort versicherten Politiker und Verwaltung, dass die auslaufende Schule weiterhin in vollem Umfang mit Sach- und Finanzmitteln ausgestatten werde.

Der Kreis wollte eigentlich auch in Gieboldehausen und Groß Schneen Gesamtschulen einrichten, konnte aber nicht die erforderlichen Anmeldezahlen belegen. Nach jüngsten Tageblatt-Informationen bereitet der Kreis aber bereits neue Anträge  für das Schuljahr 2010/11 vor  – inklusive einer neuen Elternbefragung.

Von Ulrich Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Martin Sonneborn in Göttingen

Martin Sonneborn in Göttingen - Antrag zur Namensänderung von Göttingen