Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Lehrlinge üben ihren Beruf mit Schülern

Parcours zur Berufswahl Lehrlinge üben ihren Beruf mit Schülern

Nach ein paar hektisch-kantigen Versuchen flutscht es ganz gut. Gleichmäßig schiebt und zieht Swantje Olschewski die Feile über das goldene Metallstück im Schraubstock. Kevin Flettenbach steht im Blaumann daneben und hat alles im Blick, korrigiert gelegentlich Swantjes Handhaltung an der Feile und nickt zufrieden.

Voriger Artikel
Geschichtsverein will Dauerausstellung über Carl von Hardenberg
Nächster Artikel
Scharfe Metallteile an Sandkastenumrandung

Biologie und Chemie zum Anfassen: Haupt- und Realschüler bei den Auszubildenden aus der Göttinger BBS II.

Quelle: Hinzmann

Sie ist Schülerin in einer neunten Klasse an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen, Kevin Auszubildender im zweiten Jahr bei der Firma Mahr. Er wird Industriemechaniker im Feingerätebau, Swantje ist noch auf der Suche nach ihrem Traumberuf. Helfen soll ihr dabei der Berufe-Parcour mit den Feil-Stationen und vielen anderen praxisnahen Berufselementen.

Wie auf einer Industriemesse präsentieren etliche Göttinger Firmen und eine Berufsbildende Schule 13 Berufe. Fast 300 Jugendliche aus dem neunten Jahrgang an zehn Haupt- und Realschulen sowie Gesamtschulen im Raum Göttingen testen und informieren sich an zwei Tagen unter anderem über die Ausbildung und Arbeitswelt von Tischlern und Köchen, Laboranten und Krankenpflegern, Elektronikern und Technischen Zeichnern. Der erste Clou dabei: Alle Berufe können die Schüler selbst ausprobieren – vom sauberen feilen über Servietten falten und Kochen bis zur Wasserbestimmung mit Chemikalien und Wund-Versorgung im Krankenpflege-Bereich.

Der zweite Clou: Nur wenig ältere Auszubildende aus den Berufen erklären den Schülern ihre Arbeit, informieren über die Ausbildungsschritte und beantworten Fragen. Das Interesse ist dabei sehr unterschiedlich: An der Cocktailbar im Bereich Gastronomie stehen die Mädchen Schlange, obwohl die Jungs generell größeres und echteres Interesse an den Hotel- und Gastroberufen gezeigt hätten, sagt ein Koch-Lehrling. Und an den Sägen oder Mechaniker-Feilen werkeln – für manchen überraschend – genau so viele Mädchen wie Jungs. Vielleicht, weil sie an den beiden Parcours-Tagen nach Geschlechtern getrennt kommen. Sie hätten dann weniger Hemmungen, etwas wirklich Neues auszuprobieren, erklärt Susanne Hartwig-Siemon von der Stiftung Niedersachsenmetall, die die Aktion organisiert.

„Das macht Spaß und ist eine nette Abwechslung“, sagt Sara Wille aus der einjährigen Ausbildung zur Biologielaborantin an der BBS II in Göttingen, auch wenn nicht so viele Schüler mit ihr farbige Flüssigkeiten vermengen und Wasserhärtegrade bestimmen wollen. Die Arbeit mit der Feile an einem Flaschenöffner aus einer großen Mutter findet Swantje Olschewski „eigentlich gut“, und dass sie im Parcours noch viele andere Berufe kennenlernen kann „schon hilfreich“. Was sie einmal werden will, weiß sie trotzdem noch nicht – Industriemechanikerin jedenfalls „eher nicht“, trotz guter Anleitung an der Werkbank.

Voriger Artikel
Nächster Artikel