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Lehrwanderung mit Pilz-Expertin im Wald bei Nörten

„Das ist ein Schneckling“ Lehrwanderung mit Pilz-Expertin im Wald bei Nörten

Es ist Hallimaschzeit, auch im Wald zwischen Nörten-Hardenberg und Reyershausen. Dort hat sich eine Gruppe Pilzsammler auf eine Lehrwanderung begeben – mit dem Ziel, den mitgebrachten Korb zu füllen und etwas über Pilze zu lernen. 

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Nicht alle Pilze, die Liv findet, sind essbar.

Quelle: KW

Nörten-Hardenberg/Reyershausen. Gudrun Fricke-Bode stapft voran. Sie kennt nicht nur die begehrten „Pilzstellen“, sondern vor allem auch die unterschiedlichen Pilze. Sie ist geprüfte Pilzberaterin und -sachverständige. Fricke-Bode bietet Pilzfreunden und denen, die welche werden wollen, neben Theorie vor allem praktische Kurse an.

 
Der Oberkörper ist weit vorgebeugt, die Nase dicht über dem Waldboden, und der Blick scannt die Umgebung – voller Erwartung, einen wohlschmeckenden Speisepilz zu finden, bei gleichzeitiger Panik, einen übersehen zu haben. Pilze sammeln ist eine Passion. Wen es einmal gepackt hat, wird in den meisten Fällen zum Wiederholungstäter.

 
Katharina Lankeit findet es „unglaublich entspannend, wenn man konzentriert durch den Wald geht“. Auch Ingetraut Temme nimmt mit ihrem 16-jährigen Sohn Konrad immer wieder an Lehrwanderungen teil, um das Wissen aufzufrischen.
Niklas Winkler ist mit seinen sechs Jahren der jüngste Teilnehmer. „Das ist ein Schneckling“, erklärt der Nachwuchssammler selbstsicher. Das erkenne er neben der Form an der weißen Farbe und dem leichten Schleim auf der Oberfläche. Mit Papa Achim ist er bei Lehrwanderungen inzwischen Stammgast.    

 

 
Fundiertes Wissen über Pilze ist für Sammler notwendig, davon ist Gudrun Fricke-Bode überzeugt. Vor 18 Jahren hat sie mit dicken Pilzordnern den Wald erkundet und sich nach unzähligen Lehrgängen, Seminaren und Weiterbildungen zur Expertin entwickelt.

 
Als solche ist sie auch am Göttinger Giftinformationszentrum gelistet. Wenn im Herbst Hochsaison für Pilze ist, wird sie etwa fünfmal pro Woche, meist wegen des Verdachts einer Pilzvergiftung, zu Rate gezogen. Sie empfiehlt allerdings, sich bei Unsicherheiten vor dem Verzehr zu erkundigen.

 
Nach der dreistündigen Lehrwanderung ist jedenfalls kein Teilnehmer, zumindest an diesem Tag, unsicher. Alle freuen sich auf den Verzehr und tauschen auf dem Rückweg die unterschiedlichsten Rezepte aus.

Von Katrin Westphal

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