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Leineverband im Feldzug gegen den Riesen-Bärenklau

Verbrennungen möglich Leineverband im Feldzug gegen den Riesen-Bärenklau

Auf einer Brachfläche in der Nähe der Grone in Grone stehen die jungen Herkulesstauden bereits wieder dicht an dicht. Das Mähen der Wiese bringt nichts im Kampf gegen die unerwünschte Giftpflanze. Am Rande stehen einige meterhohe Mutterpflanzen. Die Dolden haben den Samen schon verloren. Für eine Bekämpfung ist es in diesem Jahr bereits zu spät.

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Wuchernde Bärenklaupflanzen an der Grone: Leineverband-Geschäftsführer Hans-Jürgen Laduch will sie loswerden.

Quelle: Hinzmann

„Wir müssen im Frühjahr wiederkommen und mit Pflanzenschutzmitteln rangehen“, sagt Hans-Jürgen Laduch. Die Gefahr ist groß, dass Samen durch Gewässer weiter verbreitet werden. Der Geschäftsführer des Leineverbandes sieht sich in einem „Feldzug“ gegen den Riesen-Bärenklau. Gefahr bestehe insbesonders, wenn sich die Pflanzen in öffentlich zugänglichen Bereichen wie an Uferwegen ausbreiteten und Kinder Hautverbrennungen erleiden könnten. Die ausgereiften Samen können sich aufgrund ihrer mehrtägigen Schwimmfähigkeit äußerst rasant an den Ufern von Gewässern und in den Überschwemmungsflächen ausbreiten und wie gesät auskeimen.

Der Leineverband, zuständig für die Unterhaltung von 650 Kilometern Gewässerläufen zwischen der Landesgrenze Thüringen und dem Südbereich der Region Hannover, bekämpft seit ahren den Riesen-Bärenklau. Laduch will seine Leute bei der Uferunterhaltung nicht in meterhohe Staudendickichte schicken. Der Leineverband hilft aber auch Privaten bei der Bärenklau-Bekämpfung außerhalb von Gewässerufern gegen Kostenerstattung.

Die Pflanze, im Volksmund Herkulesstaude genannt, stammt aus dem Kaukasus. Sie gelangte vor fast 100 Jahren nach Westeuropa und verbreitete sich mittlerweile bis zum Nordkap. Besondere Merkmale sind ihr bis zu vier Meter hoher Wuchs, große gezackte Blätter und mächtige Blütendolden, die in den Monaten Juni und Juli auf große Entfernung sichtbar sind. Aus diesen Blütendolden reifen in jeder Pflanze bis zu 40 000 Samen. Innerhalb eines Jahres kann sich die Staude mehrere hundert Meter im Umkreis ausbreiten.

Obwohl regelmäßig auf die von dieser Pflanze verursachten schweren Hautverbrennungen hingewiesen werde, sei trotzdem immer wieder festzustellen, dass sie häufig nicht oder nur unzureichend vernichtet werde, beklagt der Leineverband. In den Einzugsgebieten seiner Fließgewässer werde sie nicht mit aller Konsequenz dezimiert. Auch die heimische Pflanzenwelt und damit auch der natürliche Uferschutz werde durch die starke Ausbreitung der Herkulesstaude erheblich beeinträchtigt. Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordere gemeinsame Anstrengungen, appelliert der Leineverband an alle Beteiligten. Der Verband arbeitet mit den Unteren Naturschutzbehörden und den betroffenen Gemeinden eng zusammen.

Von Gerald Kräft

Samen verbrennen

Rechtzeitig vor dem Samenfall müssen alle Dolden abgeschnitten werden, sobald die Pflanze zu verwelken beginnt. Die Samen sollten in keinem Fall kompostiert, sondern möglichst verbrannt werden. Aus Gründen der unmittelbaren Gefahrenabwehr ist es besonders wichtig, in den Sommermonaten alle Stauden zu beseitigen, die insbesondere an Verkehrsflächen, Grünanlagen und Plätzen öffentlich zugänglich sind.
Allerdings wächst die Pflanze sehr aggressiv wieder nach und bildet erneut Blüten. Es ist deshalb unerlässlich, die Jungpflanze und deren Blüten wieder abzuschneiden und zu entsorgen. Abmähen oder Mulchen bringt keinen Erfolg. Im zeitigen Frühjahr müssen generell alle Jungpflanzen entweder mit ihrem gesamten Wurzelwerk ausgegraben und zum Restmüll gegeben oder bei größeren Vorkommen mit dem Pflanzenschutzmittel Garlon 4 behandelt werden.
Eine Genehmigung durch das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Hannover ist erforderlich. Das Tragen von Schutzkleidung wird generell dringend angeraten. Bei Kontakt mit den pflanzlichen Säften müssen die betroffenen Körperstellen umgehend mit reichlich Wasser abgewaschen und schnellstens ein Arzt aufgesucht werden. Die Bekämpfung an heißen Tagen sollte unterbleiben.

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