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Leserbriefe zur Raumnot

Otto-Hahn-Gymnasium Leserbriefe zur Raumnot

Das Otto-Hahn-Gymnasium leidet unter akuter Raumnot. In Leserbriefen schildern Schüler des Gymnasiums ihre Sicht der Dinge und machen ihrem Unmut Luft.

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Quelle: Heller

Seit sieben Jahren zu klein

Göttingen. Betr.: Raumnot im OHG, Artikel dazu im Mai und Juni
Seit sieben Jahren gehen wir täglich in unsere Schule, das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG). Und seit sieben Jahren finden wir uns jeden Morgen in viel zu kleinen Räumen wieder. Mit 32 Schüler*innen in einem Raum ist die Konzentration im Unterricht oftmals nicht einfach. Genauso beengt sind nicht nur die einzelnen Räume, sondern auch das Schulgebäude insgesamt. Wie in dem Artikel „Raumnot: Protest gegen Auslagerung“ vom 19. Mai erwähnt wurde, werden uns in den nächsten Jahren 16 Räume fehlen. Und das ist längst nicht das einzige Problem. Auch eine angemessene Mensa fehlt der Schule, denn momentan müssen wir Schüler in der Pausenhalle zwischen spielenden Kindern und Hausaufgaben unser Mittagessen zu uns nehmen.
Als Lösung für die Raumnot schlägt die Stadt vor, Räume in der naheliegenden BBS II anzumieten. Dies Option ist aus Schülersicht auf keinen Fall tragbar.
Wir wurden teilweise selbst während des ersten Semestersdes aktuellen Schuljahres in der BBS unterrichtet. Dabei konnten wir am eigenen Leib eine Vielzahl an Schwierigkeiten erleben. Diese fangen bei den langen Wegen zum anderen Gebäude an. Da sich die angemieteten Räume im dritten Stock der BBS auf der vom OHG abgewandten Seite befinden, braucht man, um sie zu erreichen, 5-10 Minuten. Dies führt dazu, dass mitunter beide großen Pausen mit Laufwegen verbracht werden. An Austausch mit Freunden, geschweige denn Erholung, ist in den Pausen nicht mehr zu denken.
Auch auf das Unterrichtsklima hatte das Fremdheitsgefühl stets Einfluss. Nachdem wir uns sechs Jahre lang an unsere Schule gewöhnt haben, viel Zeit hier verbracht haben und sie als eine Art Zuhause wahrnehmen, war die Umstellung auf ein anderes, fremdes Gebäude enorm, zudem dort keine Aufenthaltsmöglichkeiten außer „unseres“ Klassenraumes für uns zur Verfügung stehen. Zwar würde die von der Stadt geplante Abtrennung eines eigenen Bereiches für das OHG direkte Konflikte mit BBS-Schülern möglicherweise vermeiden, Fremdheitsgefühl und Unwohlsein können Mauern jedoch nicht verhindern. Im Gegenteil.
Da schon wir als Oberstufenschüler diese Probleme erlebt haben, halten wir es für absolut unverantwortlich, jüngere Schüler in der BBS zu unterrichten. Des Weiteren würde durch eine teilweise Verlagerung des Unterrichts weniger Kontakt zwischen älteren und jüngeren Schülern stattfinden, welchen wir jedoch für enorm wichtig halten. Durch diesen werden nicht nur jüngeren sondern auch älteren Schülern wichtige soziale Kompetenzen vermittelt. Dies erfolgt unter anderem durch jahrgangsübergreifende Konzepte wie Nachhilfe oder Patenschaften von Oberstufenschülern für die unteren Jahrgänge, aber auch durch Begegnungen in den Pausen, welche durch eine Verlagerung in die BBS verhindert würden.
Die Anmietung von Räumen in der BBS würde somit einen Großteil der Konzepte, von denen wir jahrelang profitierten, zunichtemachen. Als Schüler, die die Situation in beiden Schulen erlebt haben, können wir uns nur erneut gegen die BBS-Lösung aussprechen, ein Anbau für das OHG wäre in unserem Sinne eine deutlich bessere Lösung. Wir wünschen uns die bestmöglichen Räume für die bestmögliche Bildung.

Sarah Borchert, Kira Hohendorf, Carolin Linnemann, Meret Potthoff
Schülerinnen des OHGs, Göttingen

Sehr geehrter Herr Köhler

Betr.: Raumnot im OHG, Artikel dazu im Mai und Juni
Sehr geehrter Herr Köhler, warum verwehren Sie uns Bildungsmöglichkeiten, wenn Göttingen doch die Stadt ist, welche Wissen schaffen soll?
Wir sind Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums und sind maßlos entsetzt. Ein Basketballzentrum für 4,2 Mio. Euro? Das Geld könnte man lieber in die Bildung investieren. Kaputte Medien, zu wenig Reinigungskräfte und vieles mehr fehlt uns am OHG. Und jetzt noch eine Abschiebung in die Nachbarschule!
Zurzeit wird mit 32 Schülern in einem 45 Quadratmeter-Raum für ursprünglich nur 22 Schüler unterrichtet. Warum? Weil das Kultusministerium Richtlinien setzt, die nicht erfüllt werden können. Die Stadt investiert in Projekte, die nicht annähernd so wichtig sind wie die Bildung ihrer zukünftigen Arbeitskräfte.
Wie sollen Schüler ihr optimales Leistungsniveau erreichen, wenn sie in zu kleinen, fensterlosen (wie in den angedachten Räumen der BBS 2) und überfüllten Räumen lernen müssen? Außerdem geht ein Großteil ihrer Pausen und auch der Unterrichtszeit noch für unnötiges Raumwechseln drauf.
Ist Ihnen das alles so egal? Ist es Ihnen zu schade ein bisschen Geld in Bildung zu investieren? Wollen Sie die Schüler wirklich im Regen stehen lassen?

Die fassungslosen Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums
Lilli Ahlborn, Lina Röglin
Göttingen

Bewusst für diese Schule entschieden

Betreff: Raumnot im OHG, Artikel dazu im Mai und Juni
In diesem Brief werde ich mich auf den Artikel „Raumnot: Protest gegen Auslagerung“ vom 19. Mai beziehen. Ich erlaube mir zu diesem Beitrag folgende Bemerkungen:
In meinen Augen und in denen meiner Mitschüler/-innen ist es nicht vertretbar uns als Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums in Räumlichkeiten außerhalb des Schulgebäudes zu verweisen.
Sie haben vergessen, dass wir uns bewusst für diese Schule entschieden haben, da uns das Leitbild sehr am Herzen liegt.
Dies beinhaltet vor allem das kooperative Miteinander aller Jahrgänge, welches nur mit Hilfe ausreichender Räumlichkeiten erreichbar ist.
Ein weiterer Punkt, der anzuführen ist, ist die Unverantwortlichkeit gegenüber den jünegeren Schülern, welche dann auf die BBS abgeschoben werden. Sie entscheiden sich für das OHG, um im Endeffekt doch ganz wo anders unterrichtet zu werden.
Kein Geld für neue Räume?
Ich denke sie sehen selber, dass dies nicht nachvollziehbar ist. Für die BG werden Unsummen an Geld bereitgestellt um ihnen ein neues Trainingsgebäude zu errichten und für den Anbau der Schule sei kein Geld vorhanden.
Ich hoffe, Sie werden unsere Ansichten nachvollziehen können und uns Schülern weiterhin das Lernen in unserer Schule gewähren. Wir Schüler des OHG sind nämlich eine Gemeinschaft und wollen nicht auseinander gerissen werden.
Anna Kirchhoff, Pia Menzel
Schülerinnen des OHGs

Bildung ist teuer

Betreff: Raumnot im OHG, Artikel dazu im Mai und Juni
„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung!“ (John F. Kennedy)
Können Sie sich vorstellen, das sechsstündige Abitur in Räumen, in denen man noch nie gewesen ist und in denen es teilweise nicht einmal Fenster gibt, zu schreiben? Wir wissen es!“
Um motiviert und konzentriert lernen zu können, ist es essenziell, in einem gewohnten Umfeld zu sein, in dem man sich wohlfühlen kann. Nur in einem solchen Raum kann man dem Unterrichtsinhalt die volle Aufmerksamkeit schenken und bestmöglich lernen.
Besonders die meist sehr großen 5ten und 6ten Klassen sind von der Maßnahme der Auslagerung betroffen. Die Schule steht für jahrgangsübergreifendes Lernen, was dadurch nicht mehr möglich wäre, denn entweder unsere jungen Mitschüler oder unsere Oberstufe wäre nicht mehr im Hauptgebäude untergebracht. Genau diese Maßnahme spricht gegen das grundsätzliche Leitbild des Otto-Hahn-Gymnasiums!
Die Auslagerung wurde bereits an einem Tutorial der Q1 ausprobiert, wobei es keine positiven Rückmeldungen gegeben hat, denn die Räumlichkeiten der BBSII sind aufgrund der sehr unterschiedlichen Berufsschulform für das Konzept des Otto-Hahn.Gymnasiums nicht geeignet.
Des Weiteren führt das ständige Wechseln der Räume und der Gebäude dazu, dass die betroffenen Schülerinnen und Schüler keine Pausen haben (in denen übrigens auch die im Kunstunterricht entstandenen Werke, die unsere Schule immer wieder neu ausstellt, nicht mehr in unser Blickfeld geraten).
Unsere Bildung ist teuer!
Mailin Wosnitzka, Victoria Rappe, Lena Huprich und Lea Freckmann
Schülerinnen des OHG

Schlecht, bis gar nicht durchdacht

Betreff: Raumnot im OHG, Artikel dazu im Mai und Juni
Da nach Berichten meiner Mitschüler der Herr Oberbürgermeister R. G. Köhler im direkten Gespräch interessierter an den Informationen auf dem Bildschirm seines Smartphones war, als an den Problemen unserer Schule, habe ich mich dazu entschlossen, mich stattdessen direkt an die Öffentlichkeit zu wenden.
Die konkrete Thematik ist die Raumknappheit, die sich durch den Abriss einiger Klassenräume ergeben hat. Mir scheint die von offizieller Seite vorgeschlagene Lösung schlecht bis gar nicht durchdacht zu sein.
Nach der Vorstellung der Bildungsbehörde sollen für die untersten Jahrgänge Räume in der BBSII angemietet werden, vorerst nur für die nächsten 20-25 Jahre, man will sich ja nicht vorzeitig festlegen. So können nun künftig die 11-bis 12-Jährigen die gleichen Raucherecken nutzen wie die jungen Erwachsenen der Berufsschule. Der Austausch zwischen den Altersgruppen kann so wesentlich besser gefördert werden.
Für den von der Schüler- und Lehrergemeinschaft, genauso wie von der Schulleitung gewünschten Anbau, der zusätzlich zu den Klassenräumen noch Platz für eine Erweiterung der Mensa bieten würde, stehe kein Geld zur Verfügung. Währenddessen wird in Sichtweite der Schule die neue Trainingshalle der BG74 fertiggestellt.
Schon tragisch irgendwie, aber gut, da kann man nichts machen. Irgendwas ist nun mal immer wichtiger als die während der Wahl versprochenen Mehrausgaben für Bildung, sei es das eigene Smartphone.
Der baldige Erstwähler schickt seine Grüße.
Sven Austen,
Schüler des OHG

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Raumnot
Sind überrascht von den kleinen OHG-Klassenräumen: Fritz Güntzler (von links) und Ludwig Theuvsen bei einem Rundgang mit Schulleiterin Rita Engels.

"Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf, der muss jetzt dringend bedient werden", kommentiert der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler die Situation am Otto-Hahn-Gymnasium. Mit CDU-Ratsherr Ludwig Theuvsen hat er das OHG am Mittwoch besucht. Die Schule leidet unter erheblicher Raumnot.

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