Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Littbarski war der Erste

Der Vorsitzende des Clubs der Autogrammsammler Littbarski war der Erste

Der Göttinger Christian Bach ist neuer Vorsitzender des deutschlandweit agierenden Clubs der Autogrammsammler. 1994 holte sich Bach sein erstes Autogramm - von Pierre Littbarski. Ein Besuch.

Voriger Artikel
Weitere Skelette gefunden
Nächster Artikel
„Laufende Ermittlungen“ zu Salafismus

Autogramm-Sammler Christian Bach

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. In den Anfängen seiner Sammler-Laufbahn sei die „Autogramm-Post“ des Clubs der Autogrammsammler für ihn „so eine Art Bibel“ gewesen, erzählt Bach. In dem alle drei Monate erscheinenden Heft befinden sich neben den Sammelberichten auch heute noch Geburtstagslisten und Adressen von Prominenten. „Ich bin in das Heft mehr und mehr reingerutscht“, sagt der 36-Jährige.

Seit Mitte Juni ist er als Vorsitzender maßgeblich für den Inhalt verantwortlich. Die Mitglieder des Clubs gestalten die Fachzeitschrift, die in Deutschland 700 Leser hat.Tatsächlich komme es auch vor, dass sich ältere Prominente mit der Bitte an ihn wenden, ihre Adresse in dem Heft des Clubs abzudrucken, da sie keine Fan-Post mehr erhielten.

Bei dem Sammeln von Autogrammen gehe es ihm vor allem um die Erlebnisse. „Man kommt zusammen, ohne dass man sich kennt, und dennoch verbindet einen irgendwas“, sagt Bach. So habe es „immer auch was von Geben und Nehmen“. Dass „Selfies“ die neuen Autogramme der Moderne seien, sieht der Familienvater anders. Ein Autogramm habe einen „absolut anderen Wert“ als ein Foto.

Aus einem Aktenordner holt Bach eine von Schauspieler Bjarne Ingmar Mädel signierte Autogrammkarte hervor. Mädel hat sie mit dem Spruch versehen: „Ganz verrückte Dinge, sind zum Beispiel Augenringe“. „Das kriegt man bei einem Foto eben nicht“, sagt der Sammler und erklärt: „Autogramme haben nicht immer etwas mit ‚Fan sein‘ zu tun, letztendlich haben sie für jeden einen individuellen Wert.“

Der allgemeine Wert eines Autogrammes richte sich im Wesentlichen nach drei Punkten: An erster Stelle kommt der Grad der Berühmtheit. Der Trick dabei sei, früh „zu erkennen, wer Potenzial hat“, sagt Bach. Der zweite Punkt habe mit Angebot und Nachfrage zu tun. „Die, die sich gänzlich verweigern, machen sich rar und dadurch ihre Sachen teuer.“ Und letztlich, „so pervers es klingt“, meint Bach, steigert sich der Wert der Autogramme von Verstorbenen. „Tote geben keine Autogramme mehr“, sagt er.

Mit der Zeit werde man wählerischer, erzählt Bach. Die Quantität sei für ihn uninteressant. Viel mehr gehe es darum, sich zu spezialisieren. Sein Fokus liegt derzeit auf Doppelsignaturen, bei denen zwei Prominente auf einem Bild sind, die man nicht direkt miteinander assoziiert. Wie viele Autogramme er über die Jahre gesammelt hat, habe er nie gezählt. „Ich vermute mehr als 5000 Stück“, schätzt der Club-Vorsitzende. Manche seiner Sammler-Kollegen kämen auf weit mehr als 100000 Autogramme.

Von Yannick Höppner

Voriger Artikel
Nächster Artikel