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"Äußerst aggressiv" auf beiden Seiten

Mahnwache des "Freundeskreises" und Gegendemo "Äußerst aggressiv" auf beiden Seiten

Von einer "äußerst aggressiven Stimmung" spricht Göttingens Polizeichef Thomas Rath nach Mahnwache und Gegendemonstration rund um Stadthalle und Albaniplatz. Fünf verletzte Polizisten, mehrere verletzte Demonstranten und ein knappes Dutzend Ingewahrsamnahmen bilanziert die Polizei.

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Gegendemo: "Kein Ort für Nazis"

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Ein Demonstrant wurde von Polizisten verletzt, als eine auswärtige Festnahmeeinheit ihn und einen zweiten Mann aus der Demonstrantenmenge heraus festnahm. Es wurden Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt. Gegen mehrere Demonstranten werden Verfahren wegen Landfriedensbruches, einfacher und gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes eingeleitet. Robert Laich von "Bürger beobachten die Polizei" kritisiert: "Wenn sich die Polizei nicht durch die Demonstration geprügelt hätte, wäre alles friedlich geblieben." Vor der Mahnwache musste eine Sitzblockade gewaltsam geräumt werden. Auch der "Freundeskreis Niedersachsen/Thüringen" gab sich verbal äußerst aggressiv und provozierte mit obszönen Gesten und Gewaltandrohung. Schon bei der vorausgegangenen Veranstaltung in Adelebsen wurde auch die "Lügenpresse" verbal angegriffen.

Hier der Live-Blog:

14 Uhr

Schon den ganzen Sonntag über gibt es ein Verwirrspiel um den Schauplatz der Gegendemonstration in Göttingen. Die SPD ruft auf für 17.30 Uhr, Albaniplatz - genehmigt aber ist nur der Bahnhofsvorplatz. Redical M verbreitet via Facebook sogar einen Plan. Treffpunkt Albaniplatz rot markiert (Gegendemo), der "Freundeskreis" abgedrängt auf die Friedrichstraße. Die Polizei teilt auf Anfrage mit, es ist andersherum: Gegendemo Theaterplatz, Ecke Friedrichstraße. Die zweite Gegendemo der Grünen unterhalb der Albanikirche. Von Bahnhofsplatz ist nicht mehr die Rede.

16.20 Uhr

Polizei an der Otto-Hahn-Strasse

Polizei an der Otto-Hahn-Strasse

Quelle: Beckenbach

Otto-Hahn-Str.: Einsatzfahrzeuge aus Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Göttingen stehen bereit. Ebenso Lkw mit Absperrgittern.

16.30 Uhr

Adelebser protestieren gegen "Freundeskreis".

Adelebser protestieren gegen "Freundeskreis".

Quelle: Heller

Gut 40 Menschen haben sich vor dem ehemaligen jüdischen Lehrhaus in Adelebsen versammelt. Sie wollen nicht, dass Adelebsen ein "brauner Flecken" wird und protestieren gegen die fortwährenden Mahnwachen des "Freundeskreises". Unter ihnen auch Landrat Bernhard Reuter (SPD). Transparente und ein Tisch mit Informationen künden vom Widerstand gegen die rechten Eiferer und von der Geschichte des Judentums in Adelebsen.

16.35 Uhr

Stadthalle: Der Platz für den "Freundeskreis" ist abgesperrt. Alles is ruhig. Wenig Polizei vor Ort.

16.45 Uhr

Der Protest "Vielfalt statt Einfalt" gegen die Rechten in Adelebsen ist auf 90 Teilnehmer angewachsen. Darunter Windkraftgegner gegen Rechts. Die Polizei patrouilliert unterdessen, erste Teilnehmer der Mahnwache lassen bei der Anfahrt den Motor aufheulen.

16.50 Uhr

Bahnhof Göttingen: Hier soll eine Demo stattfinden? Keine Polizei, keine Absperrung. Nichts.

16.55 Uhr

Gegendemo: Reuter spricht von " wir zeigen Gesicht, wir sind die Mehrheit, wir wollen ein buntes Adelebsen".

Gegendemo: Reuter spricht von " wir zeigen Gesicht, wir sind die Mehrheit, wir wollen ein buntes Adelebsen".

Quelle: Heller

Es regnet, dennoch mehr als 100, die Gudrun Prutschke vom Bündnis in Adelebsen begrüßen kann. Reuter spricht von "wir zeigen Gesicht, wir sind die Mehrheit, wir wollen ein buntes Adelebsen und eine tolerante Gesellschaft. Das verteidigen wir an dieser Stelle gegen die, die uns alles kaputt machen wollen."  Achtung vor der Menschenwürde ist sein Thema. Und er erinnert daran, dass auch die Feinde der Demokratie ihr Recht auf Versammlungsfreiheit haben. "Krudes Grüppchen mit verwirrter Weltsicht", nennt Reuter die angeblichen "Freunde".

17.10 Uhr

Beim nahen Parkplatz haben sich 33 Rechte versammelt und klagen über die Linken, die durch illegales Plakatekleben für Ärger sorgen sollen. Vorwürfe gibt es gegen das Bündnis, weil diese sich Veröffentlichungen der Linken Redikal m zueigen mache. "Unser Mario" Messerschmidt behauptet, seine Wohnung sei in der Nacht zuvor mit einer Axt angegriffen worden. Er droht an, beim nächsten mal selber eine Axt dabei zu haben, und "das nicht nur gegen die Tür". Er macht der Polizei den Vorwurf, ihn nicht zu beschützen. Es folgen üble Beschimpfungen gegen die Göttinger Linke. Die Polizei prüft den Paragrafen Volksverhetzung.

17.14 Uhr

Viele Einsatzfahrzeuge an der Stadthalle. Vom "Freundeskreis" wird man wohl nichts sehen, die Bereitschaftspolizisten legen ihre Ausrüstung an

17.17 Uhr

Albaniplatz: Lothar Richter (DGB) begrüßt den SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Frank-Peter Arndt. Kein Demonstrationswetter.

17.20 Uhr

Albaniplatz in Göttingen

Albaniplatz in Göttingen

Quelle: Hinzmann

Albaniplatz: Kein Durchkommen mehr auf der Herzberger Landstraße Richtung Friedländer Weg.

17.20 Uhr

Die Mahnwache ist beendet. Gerade haben die Rechten von einer Spende von 2500 Euro durch einen "richtig Rechten" Unternehmer berichtet. Das Geld werde ausgesetzt für Hinweise, die zur Aufklärung des Brandanschlages gegen ein Auto in Reckershausen führen. Die "linken Staatsanwälte" hätten die Ermittlungen eingestellt, "wir nehmen das Gesetz jetzt selbst in die Hand!"

17:32 Uhr

Die Landtagsvizepräsidentin Gabriele Andretta ist vor Ort.

17:37 Uhr

Etwa 350 Menschen sind vor Ort (ohne Polizei).

17.47 Uhr

MdB Fritz Güntzler ist auch vor Ort. Zum Schutz von Gabriele Andretta.

18.00 Uhr

"Refugees are welcome here", singt eine Frauengruppe verhalten.

18.05 Uhr

Zwei Traktoren mit Anti-Atomkraftfahnen blockieren die Kreuzung Düsterer Eichenweg und Herzberger Landstraße. Der Verkehr muss umgeleitet werden. Unterdessen trommeln Demonstranten mit Gegenständen auf den Absperrgittern.

18:16 Uhr

Einige versuchen die Absperrungen zu überwinden. Jetzt tragen die Polizisten Helme.

Der "Freundeskreis" sowie Gegner demonstrieren am Sonntag, 31. Juli, in Göttingen und Adelebsen.

Zur Bildergalerie

18.20 Uhr

Zwei erste Festnahmen von Gegendemonstranten, die die Gitter überwinden wollten.

18:21 Uhr

MdB Jürgen Tritin ist auch vor Ort.

18.31 Uhr

Der Wagen mit Anlage ist da. DGB-Mann Lothar Hanisch: "Wir wollen keine Nazis in Göttingen. "Freundeskreis"sind knallharte Neonazis. Unsere Aufgabe ist es, Gesicht zu zeigen." 6 Traktoren aus Duderstadt. Applaus von den Demonstranten. "Wir wollen den "Freundeskreis" nicht hier haben", schließt Hanisch.

18.37 Uhr

Zwei Anwälte treffen hinter der Absperrung ein, um sich um ihre Mandanten zu kümmern. Vorwurf: Landfriedensbruch. Es sind inzwischen vier Festnahmen.

Frank-Peter Arndt: "Nazis brauchen wir in dieser Stadt nicht. Erst recht nicht an diesem Platz. Völkisches Gehabe brauchen wir nicht. Weltoffenheit und Toleranz prägt Göttingen. Göttingen kämpft gegen die braune Brut, bis sie verschwindet."

18.46 Uhr

Jetzt Felicitas Oldenburg: "So mancher Spuk soll schnell verschwinden"

18.50 Uhr

Die Rechten rollen mit ihren Autos vom Osten her auf den Platz nördlich der Stadthalle. Einige Linke stürmen an der nun offenen Absperrung vorbei auf das Gelände. Eine Frau wirft sich vor eines der "Freundeskreis"-Autos. Mehrere der etwa 20 Störer werden festgenommen. Binnen Minuten ist wieder Ruhe. Dafür lärmen die Demonstranten auf dem Albaniplatz Seite umso mehr. Die Polizei spricht Vermummungsverbot aus.

18.51 Uhr

Jürgen Trittin: "Kein Fußbreit für diese Bande."

18.52 Uhr

Trittin unterbricht. Einige sind durch die Absperrung gekommen.

18.55 Uhr

29 Rechte versammeln sich nun mit zwei Transparenten vor der Stadthalle. Mit dabei: Deutschlandfahnen.

18.56 Uhr

"Freundeskreis"-Mitglieder sind da.

18.57 Uhr

Demonstranten skandieren: "Haut ab."

Gabriele Andretta und Jürgen Trittin versuchen einen Blick auf den "Freundeskreis" zu erhaschen.

Gabriele Andretta und Jürgen Trittin versuchen einen Blick auf den "Freundeskreis" zu erhaschen.

Quelle: Beckenbach

Trittin zu einem Passanten: "Wenn man es nicht verbieten ksnn, muss die Polizei schützen."

19.02 Uhr

Nunmehr 33 "Freunde" spielen "Heil dir dem Siegeskranz" mit unverständlichem Fantasiertext vom Band. Dazu weht eine Fantasiefahne mit eisernem Kreuz. Dank an Polizei für Schutz im "linksversifften Göttingen".

19.05 Uhr

Pfiffe und "Haut ab". Vom "Freundeskreis" sieht man fast nichts.

19.11 Uhr

Wieder sind einige Demonstranten in den "Sperrbezirk" eingedrungen.

19.15 Uhr

Ein "Aktivist" schwingt eine schwarze Fahne auf dem Vordach der Stadthalle. Jubel. Er bekommt Freibier im Juzi.

Trittin spricht wieder. Gerangel mit der Polizei. Diesmal "Haut ab" zur Polizei.

19.20 Uhr

Wilke schimpft auf die Lügenpresse. Angesprochen darauf, was im der Berichterstattung falsch sei, verweigert er dem Reporter das Gespräch. Unterdessen berichtet Messerschmidt von seiner fünfjährigen Haftstrafe und macht sich lustig über den Pfeffersprayerlass der Polizei.

19.28 Uhr

Vermummung jetzt wieder verboten. 

Die Treckerfahrer aus Duderstadt sind da. Die Trecker stehen etwas entfernt,

Pfefferspray Einsatz vor der Stadthalle.

19.32 Uhr

Treckerfahrer Ludwig: ""Freundeskreis" macht Euch vom Acker."

19.35 Uhr

Polizei geht in die Versammlung.

19.37 Uhr

Wieder "haut ab" für die Polizei.

19.39 Uhr

Es spricht irgendjemand vom "Freundeskreis". Verstehen kann man das vor der Stadthalle nicht.

19.45 Uhr

Weitere Provokationen der Rechten gegen die 50 Meter weiter hinter der Polizeiabsperrung lärmenden Gegendemonstranten. Es werden Stinkefinger gezeigt. Massive Pöbeleien gegen die Presse. Die Stimmung wird immer aggressiver. "Es wird Blut fließen!", schreit einer der rechten Redner.

19.49 Uhr

"Lasst ihn frei." Polizei hat einen Demonstranten festgenommen. Kritische Situation auf dem Parkplatz vor der Stadthalle.

19.55 Uhr

Weitere zwei Festnahmen. Die Polizei-Festnahmeeinheit holt zwei Personen, die zuvor Polizisten angegriffen haben sollen, aus der Menge heraus - unter massiver Behinderung durch andere Demonstranten.

20.02 Uhr

Mindestens einen Verletzten gibt es auch. Eine Nase wurde verarztet.

20.09 Uhr

Die Duderstädter Trecker machen sich auf den Heimweg.

Ende der Reden bei den Rechten, von Seiten der Linken fliegen Äpfel. "Wir sind die Guten. Wir kommen wieder", ruft Wilke.

20.14 Uhr

Wieder Bündnispartner auf dem Vordach der Stadthalle. Polizei: "Wir werden das nicht dulden."

20:25 Uhr

Derzeit läutet nur ein Glocke. Laut und ständig.

20:27 Uhr

Lothar Hanisch fordert das Skandieren von "Nazis raus"

20.30 Uhr

Inspektionsleiter Thomas Rath zieht eine erste Zwischenbilanz. Etwa zehn Ingewahrsamnahmen, hochaggressive Stimmung, aggressiver als sonst, weil immer wieder Polizisten von Gegendemonstranten angegangen wurden. Die Mitglieder des "Freundeskreises" werden auf Umwegen und in Polizeibegleitung auf den Heimweg geleitet.

20.38 Uhr

Der "Freundeskreis" ist weg.

Die Menschen gehen nach Hause.

20.46 Uhr

Auf dem Platz wird diskutiert, ob der Polizeieinsatz in dieser Härte notwendig war.

Von Jürgen Gückel und Frank Beckenbach

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