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Lokalpatriotismus liegt beim Strom im Trend

Thema des Tages Lokalpatriotismus liegt beim Strom im Trend

Strom wird verstärkt regional bezogen. Jeder dritte Haushalt ist dabei heute ein Zwei-Personen-Haushalt, der im Schnitt 2200 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht. Die untenstehenden Rechnungen gehen von einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden aus. Es wurde jeweils der Brutto-Ökostrom-Tarif gewählt. Da viele Anbieter ganz unterschiedliche Tarifgefüge anbieten, sind es Beispielrechnungen. Es lassen sich auch individuelle Lösungen zu anderen Tarifen und von weiteren Anbietern finden.

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Der Strommarkt in Deutschland ist liberalisiert und bietet eine große, teils auch schwer durchschaubare Angebotsstruktur für den Endkunden.

Quelle: dpa

Göttingen. Der deutsche Strommarkt hat sich seit seiner Liberalisierung Ende der 90er Jahre zu einer sehr unübersichtlichen Landschaft entwickelt. Stromproduzenten, „Stromtransporteure“ und Stromverkäufer können jetzt ganz unterschiedliche Unternehmen sein; der Kunde kann zwar über seinen Anbieter einen Ökostromtarif von einem Windpark in der Nordsee kaufen, wohnt er aber neben einem Kernkraftwerk, hat er trotzdem Atomstrom in der Steckdose, weil es die Physik nicht anders zulässt. Und welche Farbe hat Strom? Keine – aber dank einer cleveren Marketingkampagne assoziieren die meisten Menschen die Farbe gelb damit.

 
Das große Ziel der Liberalisierung auf dem Strommarkt wurde erreicht: Der Endkunde hat jetzt eine große Wahlfreiheit, denn bundesweit gibt es etwa 900 Stromanbieter auf dem Markt, zwischen denen er auswählen kann. Nach wie vor eine dominierende Rolle spielen dabei die großen Vier – Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Im Energieerzeugungsbereich kamen sie 2011 auf einen Anteil von 73 Prozent in der konventionellen Energieerzeugung, Tendenz sinkend. Bei den Erneuerbaren spielen sie nur eine untergeordnete Rolle. Auf der anderen Seite, im Endkundengeschäft, ist der Bedeutungsverlust der Großen noch deutlicher: 2011 vereinten sie „nur“ noch 42 Prozent aller Kunden auf sich. Die kleinen, oft kommunalen Versorger laufen ihnen den Rang ab. Im Ergebnis heißt das: Den Einbecker Bürger hindert nichts daran, seinen Strom bei den Stadtwerken Northeim einzukaufen – außer vielleicht der ausgeprägte Lokalpatriotismus. Und der feiert derzeit in Südniedersachsen einen Siegeszug.

 
Im Grunde genommen zwei Siegeszüge. Einerseits beziehen zunehmend mehr Bürger den Strom von ihrem Anbieter vor Ort, andererseits gab es auch bei den Stromnetzen eine Rekommunalisierungswelle. Der Betrieb der Stromnetze, die sogenannte Konzession, wird im Schnitt auf 20 Jahre vergeben. 2010/2011 liefen im Eon Mitte Netzgebiet viele dieser Konzessionen aus und wurden oft an, so vorhanden, lokale Stadtwerke vergeben. Für den Netzbetrieb gibt es durch die Bundesnetzagentur festgelegte und verlässliche Entgelte.

 
Das Stichwort, das zunehmend mehr Kunden überzeugt, heißt regionale Wertschöpfung. Denn der kommunale Stromanbieter ist nicht nur vor Ort, leicht haft- und gut sichtbar, sondern garantiert eben auch ein Verbleiben der Einnahmen in der Gemeinde oder Stadt sowie eine zusätzliche Beschäftigung. Die Kommunen wiederum sind chronisch unterfinanziert und dankbar für jeden zusätzlichen Euro, der die freiwilligen Leistungen etwa im Sozialbereich mithilft aufrechtzuerhalten. Die Gemeindewerke Bovenden beispielsweise schütteten 2011 mit ihrem 15-Mann-Betrieb 380000 Euro Gewinn aus.

 
Das lässt sich derzeit auch beim Energieversorger EAM, ehemals Eon Mitte, beobachten. Im Zuge der Rekommunalisierung kaufte die Bietergruppe bestehend aus zwölf Landkreisen und der Stadt Göttingen nur den Netzbetreiber, aber nicht den Vertrieb. Das heißt, die geschätzten 600000 Kunden  im alten Eon Mitte-Netzgebiet sind weitgehend bei Eon geblieben. Die EAM baut aber derzeit einen eigenen Vertrieb auf und freute sich innerhalb nur weniger Monate über ihren 10000sten Kunden.

 
Die regionale Karte sticht. Daher geben wir einen Überblick über die regionalen Stromanbieter und jeweils einen ihrer Ökotarife.

 

Von Sven Grünewald

 

 
Stadtwerke Göttingen: 730,90 Euro
Produkt : Gö-Strom, 100-prozentiger Ökostrom.
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Göttinger Haushalt: 730,90 Euro
Grundpreis pro Jahr: 81,36 Euro
Kilowattstunde : 25,98 Cent
 
Stadtwerke Northeim: 697,40 Euro
Produkt : Nomstrom, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein  Northeimer (Kernort) Haushalt: 697,40 Euro
Grundpreis pro Jahr: 65,40 Euro
Kilowattstunde : 25,28 Cent
 
Stadtwerke Leine-Solling: 760,40 Euro
Produkt : Naturwatt, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Moringer (Kernort) Haushalt: 760,40 Euro
Grundpreis pro Jahr: 71,40 Euro
Kilowattstunde : 27,56 Cent
 
Stadtwerke Einbeck: 748,40 Euro
Produkt : Naturwatt, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Einbecker Haushalt: 748,40 Euro
Grundpreis pro Jahr: 71,40 Euro
Kilowattstunde : 27,08 Cent
 
Harzenergie Osterode: 737,86
Produkt : Harz-Energie  Ökostrom, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Osteroder (Kernort) Haushalt: 737,86 Euro
Grundpreis pro Jahr: 111,86 Euro
Kilowattstunde : 25,04 Cent
 
Eichsfelder Energieversorgung
Produkt : Dudstrom-Öko, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein  Duderstädter Haushalt: 805 Euro
Grundpreis pro Jahr: 90 Euro
Kilowattstunde : 28,60 Cent
 
EAM: 725,76 Euro
Produkt : Mein EAM-Strom Basis, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Göttinger Haushalt: 725,76 Euro
Grundpreis pro Jahr: 99,60 Euro
Kilowattstunde : 25,03 Cent
 
Gemeindewerke Bovenden: 712,54 Euro
Produkt : Plesse-Strom, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Bovender (Kernort) Haushalt: 712,54 Euro
Grundpreis pro Jahr: 78,54 Euro
Kilowattstunde : 25,36 Cent
 
Versorgungsbetriebe Münden: 739,11 Euro
Produkt : Mündenökostrom, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Hann. Mündener Haushalt: 739,11 Euro
Grundpreis pro Jahr: 81,63 Euro
Kilowattstunde : 26,30 Cent
 
Stadtwerke Uslar: 758,29 Euro
Produkt : Sollingstrom mit Ökotarif, 100-prozentiger Ökostrom
Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowatt pro Jahr zahlt ein Uslarer Haushalt: 758,29 Euro
Grundpreis pro Jahr: 89,54 Euro
Kilowattstunde : 26,75 Cent
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