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Lotto-Erpresser gesteht Betrug

Wissam N. Lotto-Erpresser gesteht Betrug

Der wegen Erpressung eines Lottomillionärs inhaftierte ehemalige Big-Brother-Teilnehmer Wissam N. ist auch des gewerbsmäßigen Betruges schuldig. Am Mittwoch hat der 33-Jährige in fünf Fällen gestanden, Autounfälle herbeigeführt zu haben, um Schadenssummen von Versicherungen zu kassieren.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Geständnisse kamen kurz und bündig. Viel länger hat die verfahrensbeschleunigende Absprache, also das Feilschen um die Zusage einer Höchststrafe für den Fall eines Geständnisses, gedauert. Immerhin lagen zehn Anklagen mit einer Gesamtschadenssumme von fast 60 000 Euro auf dem Tisch, die darin angeklagten Taten teils bis zu zehn Jahre zurückliegend.

Und außerdem musste die Vorstrafe wegen Erpressung eines Lottomillionärs aus Gieboldehausen, immerhin fünf Jahre und neun Monate Haft für den 33-jährigen N., in eine zu findende Gesamtstrafe einbezogen werden.

Das Gericht stellte schließlich in Aussicht, dass es die Vorstrafe um höchstens ein Jahr auf sechs Jahre, neun Monate erhöhen werde. Auch der Mitangeklagte Marvin O., der wegen der Erpressung bereits ein Jahr und neun Monate Bewährungsstrafe mitbringt, muss mit maximal zwei Jahren und drei Monaten rechnen.

Die Kammer ließ aber durchblicken, dass sie wegen der bisher gut laufenden Bewährungszeit O.s wohl unter zwei Jahren bleiben wird, damit diese Strafe noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

"Es ist halt so passiert"

Nach diesen Zusagen legten N. und der ein Jahr jüngere O. Geständnisse ab. Der ehemalige Kickboxer räumte fünf der zehn Anklagen ein. Die restlichen werden eingestellt, weil sie bei der Strafzumessung nicht ins Gewicht fallen. Helfer O. gestand seinen Tatbeitrag im vollen Umfang: "Es ist halt so passiert. Ich bereue, mich darauf eingelassen zu haben."

Demnach hat N. in fünf Fällen - neun waren angeklagt - Verkehrsunfälle fingiert, um seinen Lebensunterhalt mit den Versicherungsummen aufzubessern. Mal ließ er sich von dem Bekannten beim Ausparken in sein schon verbeultes Auto fahren, mal habe er "die gute Gelegenheit genutzt, einen Unfall zu bauen", und dann hohe Schäden der Versicherung zu melden, obwohl der Wagen vorher schon kaputt war.

Einen selbst verschuldeten Baumunfall gab er als Wildschaden an, weil das die Teilkasko zahlte. In einem Fall ließ er seine damalige Lebensgefährtin ein Mietauto fahren. O. fuhr ihr dann gezielt auf. Dass sich die Frau dabei verletzte, war nicht beabsichtigt.

Kuriosester Fall: Nachdem der angebliche Kickbox-Weltmeister von seinem kleinen Bruder verprügelt worden war, wurden seine Verletzungen für einen fingierten Unfall mit einem Quad genutzt, das angeblich seine Ex-Freundin mit ihrem Porsche angefahren habe. N. kassierte sowohl Schadensersatz als auch Schmerzensgeld. Der Prozess wird fortgesetzt.

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