Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Clowns heitern Flüchtlingskinder auf

Unbeschwerte Stunden für Kinder Clowns heitern Flüchtlingskinder auf

Flüchtlingskinder zum Lachen bringen wollen die Clown-Akrobaten vom Ludolfshäuser Verein Bunte Lebenswelten. Bei ihren Auftritten in Göttinger Füchtlingsunterkünften, etwa auf den Zietenterrassen, im alten IWF-Gebäude oder der Voigtschule animieren sie die Kinder zum Mitmachen.

Voriger Artikel
Belastetes Ökosystem im Stadtwald
Nächster Artikel
Müllgebühren bleiben wie gehabt

Sarah Kleinelsen (rechts) sorgt mit bunter Schminke für strahlendes Läcjheln und einen gestreckten Daumen.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Clownin Angelika Specht, die Vereinsvorsitzende, balanciert auf einem Seil. Ihr Schirm bewegt sich wild hin und her. Sie beugt sich nach vorn und nach hinten, reißt die Augen vor Angst weit auf. Die Kinder lachen begeistert, denn das Seil liegt auf dem Fußboden des Gemeinschaftsraums in der Unterkunft auf den Zietenterrassen. Specht holt den kleinen Ali nach vorne, hält ihn an den Händen, lässt ihn auf ihre Knie steigen. Dann dürfen auch die anderen Kinder mit aufs Seil. Im Gänsemarsch durchquert die Gruppe den Raum.

Mütter, die aus Afghanistan und Syrien stammen, stehen am Rand und schauen amüsiert zu. Einigen Kindern hat Sarah Kleinelsen, die in diesem Jahr Abitur gemacht hat und derzeit bei Spechts Verein ein Praktikum absolviert, die Gesichter bemalt. Die Jungen und Mädchen kennen sie bereits. Sie war schon ein mehrfach auf den Zietenterrassen, um mit den Kindern Meerjungfrauen und Könige zu zeichnen.

„Wer weiß, was die Kinder in ihrer Heimat und auf der Flucht alles mitgemacht haben“, sagt Specht. Ein paar unbeschwerte Stunden wolle ihr Verein den Kindern schenken und mit ihnen nebenbei spielerisch Deutsch üben. „Unseren ersten Auftritt vor Flüchtlingen hatten wir im März in Ballenhausen“, erzählt die Vorsitzende. Damals habe sie zwei Praktikantinnen, junge Frauen aus Pakistan und Eritrea, dabei gehabt. „Da machten auch die Flüchtlingsfrauen mit“, sagt sie.

„Im Frühsommer waren wir beim Straßenfest des IWF-Flüchtlingsheims dabei“, berichtet Specht. Mehrmals seien sie in der Voigtschule vor bis zu 20 Kindern aufgetreten. „Bruder Jakob“ hätten sie dort gemeinsam gesungen, unter anderem auf Albanisch.

Bunte Lebenswelten

Der Verein Bunte Lebenswelten, der 2013 entstand, will nach eigenen Angaben Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit besonderen, in Familie und Schule nicht geförderten Begabungen eine vielfältige, bunte Lern- und Lebenswelt bieten. Für Spaß sorgen die Clown-Akrobaten des Vereins, die mit roter Nase und im Streifenhemd auftreten. Sie ermuntern Kinder, sich körperlich herauszufordern, zu balancieren, zu klettern oder mit rotierenden Reifen zu spielen. Die derzeit knapp zehn Clown-Akrobaten üben regelmäßig im Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrum (Kaz), Hospitalstraße 6.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana